ETS, Europas

ETS 2 ab 2028: Europas Emissionshandel erfasst erstmals Verkehr und WĂ€rme

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 20:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ReformplĂ€ne der EU-Kommission erhöhen das Angebot an CO2-Zertifikaten, was den Preis von rund 80 Euro pro Tonne langfristig unter Druck setzen könnte. Ab 2028 startet zudem das neue System ETS 2 fĂŒr GebĂ€ude und Verkehr.

EU-Emissionshandel: Überschuss an CO2-Zertifikaten droht Preissystem zu destabilisieren
Moderne Industrielandschaft mit Windkraftanlagen und KĂŒhltĂŒrmen im Hintergrund bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Die EuropĂ€ische Kommission steht vor einer komplexen Herausforderung bei der Weiterentwicklung des europĂ€ischen Emissionshandels. Aktuelle ReformplĂ€ne fĂŒr neue Finanzierungsmechanismen fĂŒhren dazu, dass am Markt erneut ein erheblicher Überschuss an CO2-Zertifikaten entsteht. WĂ€hrend die Kommission beabsichtigt, durch die Anpassungen finanzielle SpielrĂ€ume zu erweitern, warnen Marktbeobachter vor den Auswirkungen der steigenden Zertifikatsmenge auf die StabilitĂ€t und Lenkungswirkung des gesamten Preissystems.

Die Integration dieser neuen Finanzierungsmechanismen sollte den klimagerechten Umbau der europĂ€ischen Wirtschaft unterstĂŒtzen. Berichten zufolge bewirken die geplanten Anpassungen jedoch eine deutliche Erhöhung des Angebots an Emissionsrechten. Dieser Prozess wird kritisch bewertet, da die Funktionsweise des Emissionshandels (ETS) grundlegend auf der kĂŒnstlichen Verknappung von Verschmutzungsrechten basiert, um Anreize fĂŒr Dekarbonisierungsmaßnahmen zu setzen.

Marktlage und Preisentwicklung im ETS 1

Im gegenwĂ€rtigen Marktumfeld des bestehenden Handelssystems, dem ETS 1, liegt der Preis fĂŒr CO2-Zertifikate derzeit bei zirka 80 Euro pro Tonne. Das System umfasst primĂ€r die Energiewirtschaft sowie energieintensive Industriezweige. Der Preis von 80 Euro gilt in der Branche als wichtiger Richtwert, um Investitionen in klimafreundliche Technologien und den Verzicht auf fossile Brennstoffe wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Ein durch Reformbestrebungen verursachter dauerhafter Überschuss an Zertifikaten könnte diesen Preis langfristig unter Druck setzen. Marktteilnehmer geben zu bedenken, dass ein sinkendes Preisniveau die wirtschaftliche Notwendigkeit zur CO2-Einsparung fĂŒr betroffene Unternehmen abschwĂ€chen könnte. Die EU-Kommission beabsichtigt mit den Reformen zwar, zusĂ€tzliche Mittel fĂŒr den Klimaschutz und die industrielle Transformation zu generieren, doch die damit verbundene Freisetzung weiterer Zertifikate fĂŒhrt zur aktuellen SĂ€ttigung des Marktes.

Anzeige

Neben dem Emissionshandel stellt auch der neue CO2-Grenzausgleich viele Unternehmen vor regulatorische Herausforderungen. Wer als Importeur betroffen ist, erfÀhrt in diesem kostenlosen Leitfaden, wie sich die neuen Berichtspflichten rechtssicher und ohne teure Berater umsetzen lassen. Gratis-Checkliste zur CBAM-Verordnung jetzt sichern

Ausweitung des Emissionshandels ab 2028

Parallel zu den Diskussionen ĂŒber die Angebotsmenge im industriellen Sektor bereitet die EuropĂ€ische Union die nĂ€chste Phase der CO2-Bepreisung vor. Ab dem Jahr 2028 soll das neue System ETS 2 offiziell eingefĂŒhrt werden. Dieser separate Mechanismus wird gezielt die Sektoren GebĂ€ude und Verkehr erfassen, die bisher nicht Teil des klassischen Zertifikatehandels waren.

Die EinfĂŒhrung des ETS 2 ist ein zentraler Bestandteil der europĂ€ischen Klimastrategie, um auch in den Bereichen WĂ€rme und MobilitĂ€t messbare Emissionsminderungen zu erzielen. Fachleute weisen darauf hin, dass die Balance zwischen der notwendigen Kapitalbeschaffung fĂŒr grĂŒne Projekte und der Aufrechterhaltung stabiler Preissignale in den kommenden Jahren entscheidend sein wird. Die Aufgabe der EU-Kommission wird darin bestehen, die neuen Finanzierungsbedarfe so mit den Klimazielen zu harmonisieren, dass strukturelle ÜberschĂŒsse die langfristige Klimaschutzwirkung nicht gefĂ€hrden.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 69934578 |