Act, KI-Beauftragten-Pflicht

EU AI Act: Neue KI-Beauftragten-Pflicht ab 2. August greift

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 08:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ab August greifen neue Transparenzpflichten. Unternehmen suchen dringend Fachpersonal für KI-Compliance und Risikomanagement.

EU AI Act treibt Nachfrage nach KI-Beauftragten rasant an
Eine Personensilhouette, umgeben von leuchtenden Datenströmen in einem hochmodernen Serverraum, symbolisiert KI-Governance und Compliance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Grund ist das bevorstehende Inkrafttreten wesentlicher Teile des EU AI Act am 2. August 2026.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichte am 9. Juli neue Prüfarchitekturen. Einen Tag zuvor starteten grenzüberschreitende Compliance-Projekte. Unternehmen suchen händeringend internes Fachwissen zur rechtssicheren KI-Implementierung.

Faktische Notwendigkeit trotz fehlender Pflicht

Der EU AI Act schreibt die Bestellung eines KI-Beauftragten nicht explizit vor. Die strengen Pflichten für Hochrisiko-KI machen eine verantwortliche Person laut Branchenexperten aber faktisch unverzichtbar.

Die Rolle umfasst Governance, Compliance und gezielten Kompetenzaufbau. Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die Intensität und das Risiko des KI-Einsatzes.

Besonders bei Transparenzpflichten droht Ungemach: Ab dem 2. August greift Artikel 50 des EU AI Act. Er schreibt eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte vor. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder drei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Fachleute sehen eine solide Governance zudem als strategischen Wettbewerbsfaktor. Das BSI warnt vor einer Beschleunigung von Cyberangriffen durch KI und empfiehlt die Automatisierung von Sicherheitsprozessen.

Breites Angebot an Zertifizierungen

Bildungsträger haben spezialisierte Qualifizierungsprogramme aufgelegt. Im Herbst starten mehrtägige Online-Seminare, die KI-Kompetenzen gemäß Artikel 4 des EU AI Act vermitteln.

Ein fünftägiger Zertifikatskurs findet Ende September oder Anfang November statt. Die Kosten: regulär 2.190 Euro. Frühbucher zahlen bis Mitte August weniger.

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Auch regionale Wirtschaftskammern und spezialisierte Institute weiten ihr Angebot aus. Das WIFI Oberösterreich bietet einen „KI-Führerschein“ und spezifische Lehrgänge zum zertifizierten KI-Beauftragten.

Das AI Strategy Institute hat geförderte Zertifikatsprogramme aufgelegt. Sie richten sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie öffentliche Einrichtungen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Förderung vollständig.

Ergänzend finden im Juli kostenfreie Online-Seminare statt. Themen: rechtliche Grundlagen von KI im Handel, Risikoklassen und Haftungsfragen.

Technologie und Regulierung im Gleichschritt

Parallel zur personellen Qualifizierung entstehen neue Werkzeuge und Standards. Am 8. Juli startete das EU-geförderte Projekt „TRUST“ mit einem Budget von 8 Millionen Euro.

17 Partner aus neun Ländern arbeiten an einer KI-gestützten Plattform. Sechs spezialisierte KI-Assistenten sollen KMU bei der Einhaltung von DSGVO und AI Act helfen. Eine Pilotierung mit 500 Organisationen ist geplant – die Laufzeit beträgt drei Jahre.

Zur Standardisierung der KI-Prüfung legte das BSI am 9. Juli den „Community Draft“ der A5-Prüfarchitektur vor. Der Rahmen basiert auf etablierten Standards wie C5 und ISAE 3000. Unternehmen sollen sich bei der Prüfung ihrer KI-Systeme daran orientieren können.

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Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro drohen bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten ab August. Unternehmen ohne interne KI-Governance riskieren nicht nur Strafen, sondern auch Wettbewerbsnachteile. Dieser Report liefert die konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung zur KI-Beauftragten-Rolle und zum EU-AI-Act-Audit. EU-AI-Act-Fahrplan jetzt sichern

Interessierte Kreise können bis zum 31. August Stellungnahmen zum Entwurf abgeben.

Für Gesundheitswesen und Medienbranche veröffentlichte das BSI am 9. Juli zudem neue Forschungsberichte. Sie enthalten konkrete Handlungsanweisungen zu Transparenz und Risikomanagement. Im September ist ein ergänzender Workshop geplant – Ziel: Multiplikatoren im sicheren Umgang mit KI-Anwendungen schulen.

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