Act, Transparenzpflichten

EU AI Act: Transparenzpflichten treten am 2. August in Kraft

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 04:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Google unterzeichnet EU-Kodex für KI-Transparenz und öffnet Wasserzeichen-Technologie SynthID für Partner wie Apple und OpenAI.

Google verpflichtet sich zu Transparenz bei KI-Inhalten
Abstrakte Darstellung eines digitalen Netzwerks in einem modernen Serverraum als Symbol für KI-Transparenz und Daten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Rahmen der schrittweisen Umsetzung des EU AI Acts hat Google eine formelle Verpflichtung zur Transparenz bei künstlicher Intelligenz übernommen. Das Unternehmen unterzeichnete vor wenigen Tagen den „EU AI Act Code of Practice on Transparency of AI-Generated Content“. Dieser vom europäischen KI-Amt (AI Office) entwickelte Kodex ist zwar rechtlich auf freiwilliger Basis gestaltet, bietet den teilnehmenden Unternehmen jedoch einen klaren Rahmen für die Einhaltung künftiger gesetzlicher Anforderungen.

SynthID wird zum Industriestandard für Wasserzeichen

Parallel zur Unterzeichnung des Verhaltenskodex kündigte Google eine weitreichende technologische Öffnung an. Die hauseigene Wasserzeichen-Technologie SynthID wird künftig mit den Systemen anderer führender Technologieunternehmen interoperabel sein. Zu den Partnern, die diese Kompatibilität unterstützen, zählen namhafte Akteure wie Apple, ElevenLabs, Kakao, NVIDIA und OpenAI.

Ein wesentlicher Schritt in dieser Strategie ist die Umstellung von SynthID auf ein Open-Source-Modell. Durch die Kombination mit dem etablierten C2PA-Standard soll sichergestellt werden, dass KI-generierte Inhalte über verschiedene Plattformen hinweg eindeutig identifizierbar bleiben. Diese technische Harmonisierung gilt als entscheidend, um die Herkunft digitaler Medien in einer zunehmend durch KI geprägten Informationslandschaft nachvollziehbar zu machen.

OpenAI integriert Google-Technologie in ChatGPT

Die praktische Anwendung dieser Zusammenarbeit zeigt sich unter anderem bei OpenAI. Der Entwickler integriert die SynthID-Wasserzeichen von Google unmittelbar in seine Kernprodukte, darunter den Chatbot ChatGPT sowie das Programmiertool Codex. Auch für die Erstellung von Bildern über die API von OpenAI soll die Technologie künftig zum Einsatz kommen.

Ergänzend zu diesen Integrationsmaßnahmen hat OpenAI eine Vorschau auf eine neue Verifikationsplattform für KI-Metadaten bereitgestellt. Diese Plattform soll es ermöglichen, die Authentizität und den Ursprung von Inhalten systematisch zu prüfen und damit die im Verhaltenskodex geforderte Transparenz operativ umzusetzen.

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Regulatorische Fristen und drohende Bußgelder

Die freiwillige Unterzeichnung des Kodex erfolgt vor dem Hintergrund enger werdender regulatorischer Fristen in der Europäischen Union. Am 2. August 2026 treten die spezifischen Transparenzpflichten nach Artikel 50 des EU AI Acts in Kraft. Für Hochrisiko-KI-Systeme sieht der Gesetzgeber eine Konformitätsfrist bis zum 2. Dezember 2026 vor. Bestandssysteme, die bereits vor der Neuregelung am Markt waren, müssen ebenfalls bis zu diesem Datum im Dezember 2026 an die neuen Standards angepasst werden.

Für eingebettete Hochrisiko-Systeme gewährt die EU eine längere Übergangsfrist bis zum 2. August 2028. Zeitgleich mit diesen Entwicklungen tritt in Kürze der sogenannte „Digital Omnibus on AI“ in Kraft, der den rechtlichen Rahmen weiter präzisiert.

Die Europäische Union untermauert diese Anforderungen mit einem strengen Sanktionsregime. Bei Verstößen gegen die Transparenzpflichten drohen Unternehmen Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Noch drastischer sind die Strafen bei der Anwendung verbotener KI-Praktiken, die mit bis zu 35 Millionen Euro oder 7 Prozent des Jahresumsatzes geahndet werden können.

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Nationale Umsetzung am Beispiel Polens

Auf nationaler Ebene treiben die EU-Mitgliedstaaten die Implementierung bereits voran. Polen hat in diesem Zusammenhang ein nationales KI-Gesetz verabschiedet. In diesem Zuge wird mit der KRiBSI eine dedizierte Aufsichtsbehörde geschaffen, die die Einhaltung der neuen Regeln auf dem polnischen Markt überwachen soll. Diese Entwicklung unterstreicht den Trend zu einer verstärkten behördlichen Kontrolle von KI-Anwendungen innerhalb des europäischen Binnenmarktes.

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