Von der Leyen warnt Trump vor Handelskrieg
21.01.2025 - 11:54:22"Es gibt keine anderen Volkswirtschaften in der Welt, die so eng miteinander verflochten sind wie wir", sagte die deutsche Spitzenpolitikerin beim Weltwirtschaftsforum in Davos. EuropÀische Unternehmen beschÀftigten in den USA 3,5 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner. Und eine weitere Million amerikanische ArbeitsplÀtze hingen direkt vom Handel mit Europa ab.
Als Beispiel fĂŒr die engen Verbindungen nannte von der Leyen transatlantische Lieferketten, die etwa dazu fĂŒhren, dass amerikanische Flugzeuge mit Steuerungssystemen und Kohlefasern aus Europa gebaut und amerikanische Medikamente mit europĂ€ischen Chemikalien und Laborwerkzeugen hergestellt wĂŒrden. Gleichzeitig importiere Europa doppelt so viele digitale Dienstleistungen aus den USA wie aus dem gesamten asiatisch-pazifischen Raum und die USA lieferten mehr als 50 Prozent der EU-FlĂŒssiggasimporte.
"FĂŒr beide Seiten steht viel auf dem Spiel"
"Das Handelsvolumen zwischen uns belĂ€uft sich auf 1,5 Billionen Euro, was 30 Prozent des Welthandels entspricht. FĂŒr beide Seiten steht viel auf dem Spiel", sagte von der Leyen. Oberste PrioritĂ€t der EU werde es daher sein, frĂŒhzeitig in Kontakt zu treten, gemeinsame Interessen zu erörtern und zu Verhandlungen bereit zu sein. Als ein mögliches Thema hatte von der Leyen bereits im November einen neuen Deal zum Ausbau amerikanischer Exporte von FlĂŒssiggas (LNG) genannt.
Den Namen von Trump erwĂ€hnte von der Leyen in ihrer Rede in Davos nicht. Der Republikaner hatte im Wahlkampf angekĂŒndigt, auf Importe neue Zölle in Höhe von 10 bis 20 Prozent einfĂŒhren zu wollen. FĂŒr chinesische Waren sollen sie sogar 60 Prozent betragen. Damit will er den Produktionsstandort USA stĂ€rken und das Handelsdefizit abbauen. Es ist Trump ein Dorn im Auge, dass europĂ€ische Unternehmen deutlich mehr Waren in den USA verkaufen als amerikanische Unternehmen in der EU. Die EU wĂŒrde auf neue US-Zölle auf europĂ€ische Waren aller Voraussicht nach mit neuen EU-Zöllen auf Importe aus den USA reagieren.

