800-Milliarden-Euro-Plan fĂŒr AufrĂŒstung
04.03.2025 - 10:47:05Die Sicherheit Europas sei auf sehr reale Weise bedroht, sagte von der Leyen in BrĂŒssel. "Dies ist die Stunde Europas, und wir mĂŒssen ihr gerecht werden", erklĂ€rte sie. "Wir befinden uns in einer Ăra der AufrĂŒstung, und Europa ist bereit, seine Verteidigungsausgaben massiv zu erhöhen."
Nur wenige Stunden vor der ErklĂ€rung von von der Leyen hatte die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump verkĂŒndet, ihre MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine vorerst einzustellen - wenige Tage nach dem Eklat beim Besuch des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj im WeiĂen Haus. Der Schritt dĂŒrfte drastische Folgen fĂŒr die Ukraine haben. Seit dem öffentlichen Streit zwischen Selenskyj und Trump wurden zugleich die Stimmen laut, dass Europa dringend selbst mehr fĂŒr seine Verteidigung tun mĂŒsse.
Neue Schulden fĂŒr mehr Sicherheit
Von der Leyens Plan sieht unter anderem einen neuen Fonds in Höhe von 150 Milliarden Euro vor, um die Verteidigungsinvestitionen in der EU zu erhöhen, unter anderem fĂŒr MilitĂ€rhilfen fĂŒr die Ukraine. Die Mittel sollen insbesondere fĂŒr Luft- und Raketenabwehr, Artilleriesysteme, Drohnen sowie Cybersicherheit bereitstehen.
"Hier geht es um bessere und gemeinsame Ausgaben", sagte von der Leyen. Die Mitgliedstaaten könnten so ihre Nachfrage bĂŒndeln, gemeinsam einkaufen und gleichzeitig die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine verstĂ€rken.
Zudem soll die Ausweichklausel des StabilitĂ€ts- und Wachstumspakts aktiviert werden. Sie soll es Mitgliedstaaten erlauben, neue Schulden fĂŒr Verteidigungsausgaben zu machen, ohne deswegen ein EU-Defizitverfahren befĂŒrchten zu mĂŒssen.
Von der Leyen hofft, dass ihr Vorschlag zusammen mit privatem Kapital und zusĂ€tzlichen Mitteln fĂŒr die EuropĂ€ische Investitionsbank nahezu 800 Milliarden Euro fĂŒr die Verteidigung mobilisieren könnte. Sie prĂ€sentierte ihren Plan kurz vor einem Sondergipfel zur Ukraine am Donnerstag. Dort wollen die EU-Staats- und Regierungschefs unter anderem darĂŒber beraten, wie man die europĂ€ische RĂŒstungsindustrie weiter hochfahren kann.

