Prognose, Sonne

Prognose: Sonne und Wind liefern in EU bald mehr Energie als Russland

16.01.2024 - 12:35:02

EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen sieht erhebliche Fortschritte bei der Abkopplung des europÀischen Energiesystems von russischen Gaslieferungen.

Im vergangenen Jahr habe die EU erstmals mehr Strom aus Wind- und Sonnenenergie erzeugt als aus Gas, sagte sie Dienstag bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Und in diesem Jahr werde man erstmals insgesamt mehr Energie aus Windkraft und Photovoltaik beziehen als aus Russland. "Das sind gute Neuigkeiten", sagte von der Leyen.

Sie verwies zudem darauf, dass nach jĂŒngsten Zahlen der Internationalen Energieagentur (IEA) das KapazitĂ€tswachstum bei erneuerbaren Energien in der EuropĂ€ischen Union 2023 einen weiteren Rekordwert erreicht habe. Zugleich sei Effizienz des Energieverbrauchs um fast fĂŒnf Prozent gestiegen.

Als Hintergrund der Entwicklungen nannte von der Leyen insbesondere die BemĂŒhungen, sich von der AbhĂ€ngigkeit von Russland zu lösen. "In 2021, vor dem russischen Angriff gegen die Ukraine, stammte eine von fĂŒnf Energieeinheiten, die in der EuropĂ€ischen Union verbraucht wurde, aus Russland", sagte sie. Vergangenes Jahr sei dagegen nur noch eine von zwanzig in der EuropĂ€ischen Union verbrauchten Energieeinheiten aus Russland gekommen. Europa habe sein energiepolitisches Schicksal wieder in die eigenen HĂ€nde genommen und aus einer Kampfansage von Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin eine große neue Chance gemacht.

Die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Krise habe die Dynamik der europĂ€ischen Wirtschaft gebremst, doch die Furcht vor einem wirtschaftlichen Kollaps habe sich als unbegrĂŒndet erwiesen, erklĂ€rte von der Leyen. Die Energiepreise seien zuletzt gesunken und auch wĂ€hrend des jĂŒngsten KĂ€lteeinbruchs Anfang Januar niedrig geblieben. Zugleich habe man weiterhin gut gefĂŒllte Gasspeicher. "Europa hat bei der Verbesserung der Krisenfestigkeit seines Energiesystems echte Fortschritte erzielt", sagte von der Leyen.

@ dpa.de