Halbe, Milliarde

Halbe Milliarde Euro soll Forscher in die EU locken

05.05.2025 - 15:33:55

EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen will mit einer halben Milliarde Euro mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt in die EU locken.

"Wir mĂŒssen die richtigen Anreize setzen", sagte sie in einer Rede an der Pariser UniversitĂ€t Sorbonne. Mit einem 500-Millionen-Euro-Paket fĂŒr die Jahre 2025 bis 2027 solle Europa zu einem Magneten fĂŒr Forscher werden, betonte von der Leyen. Ihre AnkĂŒndigung kommt zu einer Zeit, in der US-PrĂ€sident Donald Trump den Druck auf UniversitĂ€ten in den USA erhöht.

Von der Leyen sagte, die Rolle der Wissenschaft und Investitionen in freie Forschung wĂŒrden in der heutigen Welt infrage gestellt. "Was fĂŒr eine gigantische FehleinschĂ€tzung." Sie wolle die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung gesetzlich verankern. Details nannte sie zunĂ€chst nicht.

Langfristige Stipendien fĂŒr Spitzenforscher

"Diejenigen, die sich fĂŒr Europa entscheiden, erhalten höhere VergĂŒtungen und lĂ€ngere VertrĂ€ge", versprach von der Leyen. Spitzenforscher sollen eine Finanzhilfe mit einer Laufzeit von sieben Jahren bekommen. Zudem will die KommissionsprĂ€sidentin, dass Verfahren fĂŒr die Einreise und den Aufenthalt in Europa beschleunigt und wissenschaftliche Ergebnisse einfacher vermarktet werden können.

In den USA hat PrĂ€sident Trump innerhalb der ersten Monate seiner zweiten Amtszeit bereits etliche Stellenstreichungen und BudgetkĂŒrzungen fĂŒr die US-Forschung beschlossen. Besonders traf es einige Elite-UniversitĂ€ten des Landes, denen Trump unter anderem eine linksliberale Haltung vorwirft.

Macron kritisiert BeschrÀnkung der Wissenschaft in den USA

Bei der Vorstellung der EU-Initiative kritisierte Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron Trumps Kurs. "Es gibt keine Demokratie, die lange Bestand hat, wenn es keine freie, offene Wissenschaft gibt."

PrÀsident Macron betonte, dass eine gesellschaftliche Diskussion nicht möglich sei, wenn das VerhÀltnis zu Fakten und Wahrheit infrage gestellt werde. Etwa weil Politiker, die an der Macht sind, zu einem bestimmten Zeitpunkt sagen könnten: "Das ist wahr, das ist falsch", so Macron. "Wir glauben nicht an ein Entscheidungsmodell, das nur auf dem Diktat einiger weniger beruht."

Macron rief Forschende in den USA auf, nach Europa zu kommen: "Wenn Sie die Freiheit lieben, kommen Sie und helfen Sie uns, frei zu bleiben, hier zu forschen. Helfen Sie uns, besser zu sein, in unsere Zukunft zu investieren."

@ dpa.de