EU-Reformpaket, Milliarden

EU-Reformpaket: 8 Milliarden Euro Entlastung für Unternehmen

29.06.2026 - 01:30:36 | boerse-global.de

Ökonom Rürup schlägt Mehrwertsteuer-Anhebung auf 22 Prozent vor, um Einkommensteuer zu senken. EU plant milliardenschwere Entlastung für Unternehmen.

Steuerreform: Rürup fordert höhere Mehrwertsteuer und EU-Entlastung
EU-Reformpaket - Eine abstrakte Darstellung von Finanzdaten und Steuerdokumenten mit digitalen Überlagerungen, die Datenfluss und Optimierung andeuten. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Im Zentrum stehen die Umsatzsteuer und der Abbau bürokratischer Hürden.

Anhebung auf 22 Prozent – Entlastung woanders

Der Ökonom Bert Rürup bringt einen weitreichenden Vorschlag ins Spiel. Der frühere Regierungsberater fordert, den Mehrwertsteuer-Regelsatz von 19 auf 22 Prozent anzuheben. Gleichzeitig soll der ermäßigte Satz von 7 auf 5 Prozent sinken.

Die Rechnung: Rund 40 Milliarden Euro zusätzliche Einnahmen. Dieses Geld will Rürup nutzen, um Einkommen- und Körperschaftsteuer zu senken. Das Ziel: Wirtschaftswachstum ohne neue Schulden. Rürup verweist auf die letzte große Erhöhung 2005, als der Satz von 16 auf 19 Prozent stieg. Politisch gilt der Vorstoß als äußerst umstritten.

EU-Paket: 8 Milliarden Entlastung für Unternehmen

Auf europäischer Ebene legte die EU-Kommission Ende Juni ein Reformpaket vor. Es soll Unternehmen jährlich rund 8 Milliarden Euro sparen. Der größte Brocken: der Wegfall der Quellensteuer auf grenzüberschreitende Zahlungen wie Dividenden und Zinsen. Das bringt etwa 5,3 Milliarden Euro.

Weitere 3,3 Milliarden Euro entfallen auf den Bürokratieabbau. Die Kommission will die Verwaltungslasten bis 2029 um 25 Prozent senken. Für kleine und mittlere Unternehmen sind sogar 35 Prozent vorgesehen. Ein gemeinsamer Mindeststandard für Forschung und Entwicklung ist ebenfalls Teil des Pakets. Das Bruttoinlandsprodukt der EU soll dadurch jährlich um 0,2 Prozent steigen.

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Digitalisierung: 60 Prozent Zeitersparnis bei Rechnungen

Die Digitalisierung treibt die Effizienz in der Buchhaltung voran. Beim bundesweiten Digitaltag Ende Juni wurde klar: Die E-Rechnung spart über 60 Prozent Zeit. Moderne Software erledigt rund 60 Rechnungen in weniger als 30 Minuten.

Die zentrale Erfassung von Belegen macht die Liquidität früher transparent. Auch Umsatzsteuer-Voranmeldung und Einnahmen-Überschuss-Rechnung laufen automatisiert. Beratungsfirmen wie Grant Thornton helfen Unternehmen, Prozesse bei Einfuhrumsatzsteuer, Zolltarifierung sowie Energie- und Stromsteuern rechtssicher zu gestalten. IT-Dienstleister bieten spezialisierte Lösungen für Warenwirtschaftssysteme und POS-Schnittstellen.

Ab Juli: Neue Fristen und digitale Verfahren

Zum 1. Juli treten mehrere Änderungen in Kraft. Rund 11,5 Millionen ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner können ihre Steuererklärung künftig über die App „MeinELSTER+“ einreichen. Das System nutzt bereits beim Finanzamt vorliegende Daten. Die Gefahr: Individuelle abzugsfähige Kosten wie Werbungskosten werden nicht automatisch berücksichtigt.

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Wichtige Fristen laufen: Die Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 endet für Bürger ohne Berater am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat bis ins Frühjahr 2027 Zeit.

Parallel steigen die Renten zum Juli um 4,24 Prozent. Im Online-Handel aus Nicht-EU-Staaten wird eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro pro Warenkategorie fällig – bei Werten unter 150 Euro. Die Ticketsteuer für Flüge sinkt je nach Distanz auf Beträge zwischen 13,03 und 59,43 Euro.

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