EUDR-Verordnung: Industrie fordert Korrekturen bei Registrierungspflicht
09.06.2026 - 00:58:22 | boerse-global.de
Industrievertreter warnen vor bürokratischen Hürden und rechtlichen Risiken. Umweltschutzorganisationen fordern dagegen eine konsequente Durchsetzung ohne politische Aufweichungen.
Verpackungsindustrie fordert Korrekturen
Der Bundesverband Druck und Medien (BVDM) verlangt Nachbesserungen an der EUDR. Im Zentrum der Kritik: die Registrierungspflicht im Informationssystem TRACES und drohende Sanktionen bei Verstößen.
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Die aktuellen Regelungen könnten zu weitreichenden Produktrückrufen und Warenvernichtung führen, warnt der Verband. Stattdessen plädiert die Branche für finanzielle Strafen bei administrativen Fehlern. Der Fokus der Verordnung solle stärker auf die Erstinverkehrbringer gelegt werden. Das würde nachgelagerte Akteure in der Lieferkette entlasten.
Ziel ist eine praxistaugliche Regulierung, die die Lieferfähigkeit der Verpackungsindustrie nicht gefährdet.
Massenprotest gegen Umwelt-Standards
Parallel zur Wirtschaftskritik formiert sich Widerstand gegen Lockerungen der EU-Umweltgesetzgebung. Die Kampagne „Hands Off Nature“, koordiniert unter anderem vom NABU, sammelte europaweit über 500.000 Unterschriften.
Der Protest richtet sich gegen mögliche Aufweichungen zentraler Richtlinien. Neben der EUDR betrifft das die REACH-Verordnung sowie die Wasserrahmen- und Vogelschutzrichtlinien.
NABU-Präsident Krüger betont die Notwendigkeit einer entschlossenen Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung. Ein Abbau von Umweltstandards verursache langfristige ökologische Schäden, warnen die Organisationen. Das würde den bereits beschlossenen Green Deal untergraben.
Kreditwirtschaft mahnt Präzisierung an
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Auch der Finanzsektor fordert klarere Nachhaltigkeitsregeln. Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt zwar die Überarbeitung der europäischen Berichtsstandards (ESRS). Sie verlangt jedoch präzisere Definitionen für die Wesentlichkeitsanalyse und die Erfassung von Scope-3-Zielen.
Besonders bei komplexen Lieferketten, wie sie die EUDR vorsieht, benötigen Institute und ihre Kunden eindeutige Vorgaben. Nur so sei ein schlankes und rechtssicheres CSRD-Reporting möglich.
Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen ökologischen Ambitionen und praktischer Umsetzbarkeit. Während die Umsetzungsfristen näher rücken, bleibt die Frage offen: Lässt sich effektiver Waldschutz mit handhabbarer Bürokratie vereinbaren?
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