EuGH-Urteil, Share

EuGH-Urteil: Share Deals unter Druck – Grunderwerbsteuer infrage

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 10:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vonovia und LEG verzeichnen leichte Portfolio-Aufwertungen, während der HAMBORNER REIT Verluste meldet. Ein EuGH-Urteil könnte Share Deals beeinflussen.

Wohnimmobilienkonzerne: Trendwende bei Bewertungen und Mietwachstum
Moderne Wohnimmobilienanlage in einer deutschen Stadt bei Sonnenuntergang als Symbol für Immobilienbewertungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die großen deutschen Wohnimmobilienkonzerne sehen nach Jahren der Korrekturen eine Trendwende. Sowohl Vonovia als auch die LEG Immobilien SE verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 leichte Aufwertungen ihrer Portfolios.

Vonovia: Mietwachstum und Rekord-Refinanzierung

Die Vonovia SE meldet für das erste Halbjahr einen Wertzuwachs von 1,1 Prozent – Investitionen nicht eingerechnet. Das bereinigte EBITDA stieg um 2,4 Prozent auf rund 1.456,5 Millionen Euro. Haupttreiber: das Mietwachstum von 3,5 Prozent im Kernbereich und ein Plus von über 27 Prozent im Value-add-Segment.

Parallel dazu weitete der Konzern sein Refinanzierungsvolumen auf rund 4,4 Milliarden Euro aus. Die durchschnittliche Laufzeit liegt bei acht Jahren, der Kupon bei etwa 3,2 Prozent. Bis 2028 will Vonovia die Verschuldungsquote auf rund 40 Prozent senken.

LEG: Stabile Mieten, höhere Investitionen

Auch die LEG Immobilien SE meldet positive Bewertungen: Das Bewertungsergebnis legte um 0,7 Prozent zu. Die Nettokaltmieten stiegen um 3,4 Prozent auf 473,4 Millionen Euro – das entspricht einer Durchschnittsmiete von 7,21 Euro pro Quadratmeter.

Das operative Ergebnis nach Investitionen sank jedoch um 12,7 Prozent auf 110,5 Millionen Euro. Grund: vorgezogene Investitionen in den Bestand, die um 10 Prozent auf 202 Millionen Euro stiegen. Beide Unternehmen bestätigen ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2026.

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HAMBORNER REIT: Gewinnrückgang bei Gewerbeimmobilien

Der gewerblich orientierte HAMBORNER REIT entwickelte sich schwächer. Die Miet- und Pachterlöse sanken um 1,3 Prozent auf 45,1 Millionen Euro, das operative Ergebnis aus der Vermietung um 4,4 Prozent auf 23,8 Millionen Euro. Unter dem Strich steht ein Periodenverlust von 13,7 Millionen Euro – im Vorjahr war noch ein Gewinn erzielt worden. Das Portfolio umfasst 63 Objekte mit einem Verkehrswert von rund 1,316 Milliarden Euro. Auch hier gilt: Die Jahresziele 2026 bleiben bestehen.

EuGH-Urteil: Share Deals unter Druck

Für Unruhe sorgt eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. Im Urteil „Nova Iberomoldes" (C-837/24) vom 4. Juni 2026 erklärten die Richter eine portugiesische Steuer auf Anteilsübertragungen an Immobiliengesellschaften für unvereinbar mit der europäischen Kapitalansammlungsrichtlinie.

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Juristen sehen Parallelen zur deutschen Grunderwerbsteuer bei Share Deals – insbesondere bei den Schwellenwerten in § 1 Abs. 2a bis 3a GrEStG. Die Entscheidung könnte laufende Verfahren vor dem Bundesfinanzhof und dem Bundesverfassungsgericht beeinflussen. Betroffene Unternehmen könnten sich künftig verstärkt auf eine Europarechtswidrigkeit berufen.

Zinspolitik prägt Bewertungspraxis

Das Marktumfeld bleibt von der EZB-Politik bestimmt. Im September 2025 hatte die Notenbank die Einlagefazilität auf 2,00 Prozent und den Hauptrefinanzierungssatz auf 2,15 Prozent festgelegt. Gutachter setzen zunehmend auf Sensitivitätsanalysen und berücksichtigen Schwankungen des Kapitalisierungszinses – eine Reaktion auf die anhaltende Transaktionsknappheit.

Schon im Frühjahr 2025 zeigte der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken mit einem Anstieg von 3,9 Prozent eine beginnende Stabilisierung an. Die aktuellen Halbjahresberichte der großen Bestandshalter scheinen diesen trend nun zu bestätigen.

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