Lagarde, Mehrheitsentscheidungen

Lagarde: Mehrheitsentscheidungen statt Vetorecht in der EU

17.06.2025 - 13:07:39

Europa lÀhmt sich bei dringend notwendigen Reformen nach EinschÀtzung von EZB-PrÀsidentin Christine Lagarde zu oft selbst.

Es dĂŒrfe "nicht lĂ€nger zugelassen werden, dass ein einzelnes Veto den kollektiven Interessen der anderen 26 Mitgliedstaaten im Wege steht", schreibt die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) in einem Beitrag fĂŒr die "Financial Times", den die Notenbank auch auf ihrer Webseite veröffentlicht.

"Mehr qualifizierte Mehrheitsentscheidungen in kritischen Bereichen wĂŒrden es Europa ermöglichen, mit einer Stimme zu sprechen", schreibt Lagarde. Derzeit ist es so, dass weitreichende Entscheidungen in der EuropĂ€ischen Union einstimmig getroffen werden mĂŒssen.

Euro mehr Gewicht geben

Der aktuell zu beobachtende tiefgreifende Wandel in der globalen Ordnung biete Europa die Möglichkeit, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dem Euro weltweit zu mehr Bedeutung zu verhelfen, bekrÀftigte Lagarde: "Damit der Euro an Bedeutung gewinnt, muss Europa entscheidende Schritte unternehmen, indem es den Binnenmarkt vollendet, die regulatorischen Belastungen verringert und eine robuste Kapitalmarktunion aufbaut."

Zudem solle die EU als grĂ¶ĂŸter Handelspartner der Welt ihre Position nutzen, um neue Handelsabkommen abzuschließen. Erst im Mai hatte Lagarde bei einer Rede in Berlin fĂŒr eine stĂ€rkere Rolle des Euro geworben, der sich positiv auf die Wirtschaft im WĂ€hrungsraum auswirken wĂŒrde.

@ dpa.de