Deutschland, Europa

Wero kaum bekannt: Deutsche nutzen Paypal-Alternative selten

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 05:00 Uhr | dpa.de

Europa will beim Bezahlen unabhĂ€ngiger von den USA werden. Wero soll als Alternative zu Paypal und Co. aufgebaut werden. Doch viele kennen das Angebot zwei Jahre nach seiner EinfĂŒhrung nicht.

  • Der EuropĂ€ische Bezahldienst Wero ist bislang in Belgien, Deutschland und Frankreich verfĂŒgbar, weitere europĂ€ische LĂ€nder sollen hinzukommen. (Symbolbild) - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
    Der EuropĂ€ische Bezahldienst Wero ist bislang in Belgien, Deutschland und Frankreich verfĂŒgbar, weitere europĂ€ische LĂ€nder sollen hinzukommen. (Symbolbild) - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • Große Konkurrenz: Der US-Bezahlriese Paypal. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa
    Große Konkurrenz: Der US-Bezahlriese Paypal. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Der EuropĂ€ische Bezahldienst Wero ist bislang in Belgien, Deutschland und Frankreich verfĂŒgbar, weitere europĂ€ische LĂ€nder sollen hinzukommen. (Symbolbild) - Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Große Konkurrenz: Der US-Bezahlriese Paypal. (Symbolbild) - Bild: Sebastian Kahnert/dpa

Zwei Jahre nach dem Wero-Start ist die europĂ€ische Paypal-Alternative zum Bezahlen den meisten Deutschen kein Begriff. Nur knapp vier von zehn Erwachsenen (39 Prozent) konnten in einer reprĂ€sentativen Umfrage fĂŒr das Vergleichsportal Verivox im Juli korrekt zuordnen, dass es sich bei Wero um einen Zahlungsdienst handelt. 

Fast ein Drittel (31 Prozent) der 1.002 vom Meinungsforschungsinstitut Innofact Befragten haben nach eigenen Angaben nie von Wero gehört. Knapp jedem Vierten (23 Prozent) kommt die Bezeichnung Wero zwar bekannt vor, sie konnten aber nicht sagen, worum es sich handelt. Die restlichen 7 Prozent halten Wero wahlweise fĂŒr eine App zum WĂ€hrungshandel, eine Geldanlage-App, eine Debit-Kreditkarte aus Holz oder einen Legitimierungsdienst.

Bankeninitiative treibt Wero voran 

Die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern, will Wero zur europÀischen Paypal-Alternative ausbauen. Seit Anfang Juli 2024 ist Wero am Start und bietet nach dem Muster des US-Konkurrenten Paypal vor allem direkte mobile Geldzahlungen von Mensch zu Mensch an. Inzwischen kann der Dienst auch bei etlichen HÀndlern beim Einkaufen im Netz genutzt werden, Àhnlich wie Kreditkarten oder Apple Pay, Google Pay, Paypal, Klarna oder andere vergleichbare Dienste.

Paypal-Alternative?

In der Umfrage bezweifelt eine Mehrheit von fast 58 Prozent, dass es gelingen wird, Wero zum beliebtesten Bezahldienst Europas auszubauen. «Echten Mehrwert bietet der Zahlungsdienst erst, wenn Verbraucher ganz selbstverstĂ€ndlich nahezu ĂŒberall und möglichst sowohl online wie auch offline an der Ladenkasse mit Wero bezahlen können», sagt Oliver Maier, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Nach jĂŒngsten Angaben zĂ€hlt EPI derzeit 57 Millionen registrierte Wero-Nutzer in Belgien, Frankreich und Deutschland. Davon seien 9 Millionen in Deutschland registriert. Zum Vergleich: Paypal kommt nach eigenen Angaben alleine in Deutschland auf 35 Millionen aktive Kundenkonten.

An der Wero-EinfĂŒhrung in weiteren europĂ€ische LĂ€ndern wird gearbeitet: In den Niederlanden ist nach EPI-Angaben der Übergang vom dortigen Online-Bezahlsystem iDEAL zu Wero in vollem Gange. In Luxemburg ersetzt Wero schrittweise den Dienst Payconiq, der offizielle Start in Luxemburg ist fĂŒr den 1. September geplant. Im Laufe des Jahres 2027 soll Österreich hinzukommen.

Doch es bleibt noch ein weiter Weg fĂŒr Wero. Selbst unter den 395 Umfrageteilnehmern in Deutschland, die in der Verivox-Erhebung angaben zu wissen, was es mit Wero auf sich hat, haben knapp zwei Drittel (64,8 Prozent) den Bezahldienst nach eigener Auskunft bis dato nicht ausprobiert.

de | wirtschaft | 69951584 |