EuropÀischer Gaspreis weiter im Höhenflug - knapp unter 100 Euro
Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 13:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDer richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat legte an der Börse in Amsterdam bis auf 97,64 Euro je MWh zu. Das sind fast drei Prozent mehr als am Freitag und der höchste Preis seit Ende 2022.
Zuletzt hatte der Gaspreis mehrfach mehrjĂ€hrige HöchststĂ€nde erreicht. Seit Beginn des Monats ging es mit der Notierung um etwa ein Drittel nach oben, seit Beginn des Jahres hat sich der Preis fĂŒr den Rohstoff mehr als verdreifacht. Zuletzt hatte sich Erdgas zu Beginn des Ukraine-Kriegs krĂ€ftig verteuert, wobei die Notierung damals noch viel höher bis auf ĂŒber 300 Euro je MWh gesprungen war.
Mit dem aktuellen Preisanstieg fĂŒr Erdgas erhöht sich der Druck auf Verbraucher und Industrie. So hat sich beispielsweise in Baden-WĂŒrttemberg Erdgas fĂŒr die privaten Haushalte innerhalb der vergangenen zwölf Monate um 22 Prozent verteuert, wie aus einer in Heidelberg veröffentlichten Analyse des Vergleichsportals Verivox hervorgeht. Die Versorgung mit Erdgas ist in der Regel ĂŒber VertrĂ€ge mit lĂ€ngeren Laufzeiten geregelt. Daher dauert es geraume Zeit, bis die hohen Weltmarktpreise bei den Haushalten ankommen.
Wesentlicher Preistreiber ist der USA-Iran-Krieg. Zuletzt hatte die US-Regierung eine umfassendere Evakuierung von diplomatischem Personal im Nahen Osten angeordnet. Zudem deutete der amerikanische PrĂ€sident Donald Trump an, dass die US-StreitkrĂ€fte nach den Zwischenwahlen am 3. November ihre Angriffe auf den Iran wieder aufnehmen könnten. Der Iran bereitet sich seinerseits auf VergeltungsmaĂnahmen vor. Eine der weltweit wichtigsten Transportrouten fĂŒr flĂŒssiges Erdgas fĂŒhrt durch die an den Iran angrenzende StraĂe von Hormus.
Ein weiterer Preistreiber ist das verstĂ€rkte AuffĂŒllen der deutschen Gasspeicher vor dem Winter. Deutschland ist als gröĂte europĂ€ische Volkswirtschaft seit Wochen bemĂŒht, die Gasreserven zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusĂ€tzliches Gas fĂŒr die SpeicherbestĂ€nde zu beschaffen. Die deutschen Gasspeicher sind derzeit zu mehr als 61 Prozent gefĂŒllt - zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der Speicherstand bei etwa 75 Prozent gelegen.
