Ex-Commerzbanker wegen Cum-Ex-Aktiendeals angeklagt
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 10:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Frankfurter Justiz treibt die strafrechtliche Aufarbeitung von Cum-Ex-Aktiendeals zulasten der Staatskasse voran. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter der Commerzbank wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung erhoben. Die vier MĂ€nner - zwei Briten im Alter von 66 und 59 Jahren, ein Deutscher (61) und ein US-Amerikaner (60) - sind nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft fĂŒr einen Steuerschaden von mehr als 20 Millionen Euro verantwortlich.Â
Bei Cum-Ex-Deals, die ihre Hochphase zwischen 2006 und 2011 hatten, schoben Beteiligte rund um den Dividendenstichtag Aktien mit (cum) und ohne (ex) AusschĂŒttungsanspruch hin und her. Investoren lieĂen sich von FinanzĂ€mtern Steuern auf Dividenden erstatten, die gar nicht gezahlt worden waren. SchĂ€tzungen zufolge entstand dem Fiskus ein zweistelliger Milliardenschaden. 2012 reagierte der Gesetzgeber, 2021 entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass Cum-Ex-GeschĂ€fte als Steuerhinterziehung zu werten sind.Â
Aktiendeals aus dem Jahr 2008Â
Im konkreten Fall geht es um AktiengeschĂ€fte im Jahr 2008. Die vier Banker sollen die Cum-Ex-GeschĂ€fte «in bewusstem und gewolltem Zusammenwirken» entwickelt, genehmigt und umgesetzt haben. Zwei der Beschuldigten waren den Angaben zufolge im Tatzeitraum in Frankfurt tĂ€tig, die beiden anderen in London.Â
Die Commerzbank wollte sich nicht inhaltlich zu dem Fall Ă€uĂern: «Wir Ă€uĂern uns nicht zu Verfahren gegen Dritte. Die Commerzbank ist nicht selbst verfahrensbeteiligt», teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.Â
Die Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals lĂ€uft seit Jahren bei verschiedenen Staatsanwaltschaften. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat in dem Ermittlungskomplex einschlieĂlich der nun auf den Weg gebrachten sieben Anklagen erhoben, zwölf Angeklagte wurden von Gerichten in Frankfurt und Wiesbaden teilweise bereits rechtskrĂ€ftig verurteilt. Die Behörde ermittelt in Bezug auf Cum-Ex nach eigenen Angaben noch in zehn «umfangreichen Verfahrenskomplexen» gegen insgesamt 39 Beschuldigte.
