Inflation, Teuerung

Niedrigere Inflation in vielen Teilen der Welt erwartet

17.07.2023 - 13:01:22

Experten rechnen inzwischen mit niedrigeren Inflationsraten fĂŒr das laufende Jahr als noch vor drei Monaten. Auf lange Sicht steht Westeuropa besonders gut da.

In vielen Teilen der Welt könnte die Inflation im laufenden Jahr niedriger ausfallen als zunĂ€chst erwartet. Darauf deutet eine Umfrage des MĂŒnchner Ifo-Instituts unter gut 1400 Ökonomen in 133 LĂ€ndern hin. Allerdings liegen die weltweiten Erwartungen fĂŒr 2023, 2024 und 2026 im Mittelwert weiter deutlich ĂŒber den langjĂ€hrigen Durchschnitten der Vor-Corona-Jahre. «Wir werden uns auf hohe Inflationsraten einstellen mĂŒssen», sagt Ifo-Forscher Niklas Potrafke.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen sind gewaltig: Am niedrigsten sind die Prognosen fĂŒr das laufende Jahr in Nordamerika mit 4,5 Prozent Inflation, im sĂŒdöstlichen Asien mit 4,8, in Westeuropa mit 4,9 und Ostasien, wozu China gehört, mit 5,0 Prozent. FĂŒr sie fallen die Inflationserwartungen um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte niedriger aus als vor drei Monaten.

Höchste Inflationsraten in Ostafrika

Deutschland zieht dabei den Schnitt fĂŒr Westeuropa nach oben: Hierzulande erwarteten die Ökonomen im laufenden Jahr 5,8 Prozent. FĂŒr die EU insgesamt werden im Schnitt 7,5 Prozent erwartet - hier kommen unter anderem hohe Erwartungen in einigen osteuropĂ€ischen LĂ€ndern wie Ungarn zum tragen.

Die weltweit höchsten Inflationsraten fĂŒr das laufende Jahr prognostizieren die Ökonomen in Ostafrika mit 110 Prozent. Das sind 80 Punkte mehr als im ersten Quartal. In Nordafrika sind es 64 Prozent - 31 Punkte mehr als vor drei Monaten. In SĂŒdamerika hat sich die Lage dagegen ein gutes StĂŒck weit beruhigt: Hier hat sich die erwartete Inflation im laufenden Jahr mit 23 Prozent fast halbiert.

Auf lĂ€ngere Sicht erwarten die Experten in fast allen Regionen sinkende Inflationsraten. Ausnahmen sind Ostasien mit China, wo fĂŒr das kommende Jahr ein Anstieg auf 5,6 Prozent erwartet wird, bevor es wieder nach unten geht und Zentralasien, wo 2026 höhere Werte prognostiziert werden.

Weltweiter Mittelwert von 7,0 Prozent

Die weltweit niedrigsten Inflationsraten in den kommenden Jahren werden in Westeuropa mit 3,4 Prozent 2024 und 2,6 Prozent 2026 prognostiziert. Dahinter folgt Nordamerika mit 3,5 und 2,7 Prozent. Auch in der EU sinken die Werte - allerdings nur auf 4,8 Prozent im kommenden Jahr und 3,3 Prozent 2026. Noch am höchsten ist die Prognose fĂŒr das Jahr 2026 in Nordafrika mit 29 Prozent, Ostafrika mit 22 und Zentralasien mit 17,5 Prozent.

Unter dem Strich ergibt das laut Ifo im weltweiten Mittelwert eine erwartete Inflationsrate von 7,0 Prozent fĂŒr das laufende Jahr. 2024 erwarten die Experten 6 Prozent, 2026 4,9. FĂŒr die weltweite Zahl zieht das Ifo hier allerdings nicht - wie bei den anderen Werten - den Durchschnitt der Prognosen, sondern den Median heran. Dieser Mittelwert wird von einzelnen extremen Zahlen weniger stark beeinflusst. So ergibt sich beispielsweise aus den Zahlen 1, 2, 3, 4 und 100 ein Durchschnitt von 22 und ein Median von 3.

@ dpa.de