EZB, Leitzins

EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent und warnt vor Inflationserwartung

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 14:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die EuropĂ€ische Zentralbank hebt ihre Leitzinsen an und verweist auf anhaltenden Inflationsdruck. Zugleich veröffentlicht sie neue Projektionen fĂŒr Inflation und Wachstum bis 2028.

EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent
EZB (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erhöht. Nach der Ratssitzung in Frankfurt liegen der Zinssatz fĂŒr die EinlagefazilitĂ€t bei 2,50 Prozent, die HauptrefinanzierungsgeschĂ€fte bei 2,65 Prozent und die SpitzenrefinanzierungsfazilitĂ€t bei 2,90 Prozent.

EZB verweist auf Inflationsdruck

Die Notenbank begrĂŒndete den Schritt mit anhaltendem Inflationsdruck durch den Konflikt im Nahen Osten. Die Inflation dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung des Rates fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum deutlich ĂŒber dem Zielwert bleiben.

Der EZB-Rat betonte zugleich seine Entschlossenheit, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei zwei Prozent stabilisiert. Weitere Entscheidungen sollen von Sitzung zu Sitzung auf Basis der Datenlage getroffen werden.

Neue Projektionen bis 2028

Die Fachleute der EZB erwarten im Basisszenario fĂŒr die Gesamtinflation 2026 einen Durchschnitt von 3,0 Prozent, fĂŒr 2027 von 2,5 Prozent und fĂŒr 2028 von 2,1 Prozent. Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel nennt die Notenbank 2,5 Prozent fĂŒr 2026, 2,6 Prozent fĂŒr 2027 und 2,3 Prozent fĂŒr 2028.

FĂŒr das Wirtschaftswachstum geht die EZB im Basisszenario von 0,9 Prozent im Jahr 2026, 1,4 Prozent im Jahr 2027 und 1,5 Prozent im Jahr 2028 aus. Die Notenbank verwies darauf, dass die Wirtschaft des Euroraums widerstandsfĂ€higer sei als erwartet.

Unsicherheit bleibt hoch

Der Ausblick bleibt aus Sicht der EZB mit hoher Unsicherheit behaftet. Die Risiken fĂŒr die Inflation gelten als aufwĂ€rtsgerichtet, die Risiken fĂŒr das Wachstum als abwĂ€rtsgerichtet.

Je nach IntensitĂ€t und Dauer eines Energieschocks sehen die aktualisierten Szenarien der Fachleute ein breites Spektrum möglicher Folgen fĂŒr Wachstum und Inflation. Der EZB-Rat legte sich zugleich nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest.

Die EZB setzt mit der Anhebung auf 2,5 Prozent ihren Kurs fort, die Geldpolitik eng an der Inflationsentwicklung auszurichten. Entscheidend ist dabei nicht nur der aktuelle Zinsschritt, sondern vor allem die Botschaft, dass der Rat die Zinsen weiter von Sitzung zu Sitzung anpassen will.

FĂŒr den Euroraum bleibt der Mix aus gedĂ€mpftem Wachstum und zĂ€her Teuerung zentral. Die neuen Projektionen der Notenbank zeigen, dass die Inflation auch in den kommenden Jahren nur schrittweise Richtung Zielwert sinken soll, wĂ€hrend das Wachstum zwar leicht anzieht, aber auf niedrigem Niveau bleibt.

Inflation bleibt der Taktgeber

Besonders relevant ist der Verweis auf den Konflikt im Nahen Osten als zusĂ€tzlichen Preistreiber. Damit bleibt der außenpolitische Schockfaktor ein Risiko fĂŒr Energiepreise und damit auch fĂŒr die allgemeine Teuerung, was die EZB zu Vorsicht zwingt.

Folgen fĂŒr Wirtschaft und MĂ€rkte

FĂŒr Unternehmen und Haushalte bedeutet die Entscheidung, dass sich Finanzierungskosten vorerst auf einem erhöhten Niveau einpendeln. Zugleich signalisiert die Notenbank, dass sie sich nicht auf einen festen Pfad festlegt, sondern die Lage flexibel beurteilt. Das dĂŒrfte an den FinanzmĂ€rkten die Erwartung verstĂ€rken, dass kĂŒnftige Schritte stĂ€rker von den eingehenden Daten als von einem vorab festgelegten Kurs abhĂ€ngen.

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