EZB-Nachfolge, Christine Lagarde

EZB-Nachfolge: Eurostaaten nominieren Kandidaten bis Freitag

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Christine Lagarde will die Europäische Zentralbank am 7. Februar verlassen und damit früher als ursprünglich vorgesehen aus dem Amt scheiden. Neben Klaas Knot und Pablo Hernández de Cos wird auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel als möglicher Nachfolger genannt.

Die nächsten Personalentscheidungen im Euroraum

  • Die Niederlande schicken den frĂĽheren Zentralbankchef Klaas Knot als Kandidaten ins Rennen.
  • Die Eurostaaten sollen ihre Vorschläge bis Freitag einreichen.
  • Die Eurogruppe plant am Montag, dem 9. November, eine Bestandsaufnahme.
  • Die FĂĽhrungsetage der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wird neu geordnet. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Dem ehemaligen niederländischen Notenbankchef Klaas Knot werden gute Chancen auf die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eingeräumt. (Archivbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa
  • Gilt als ein Favorit im Rennen um die EZB-Spitze: Der Spanier Pablo Hernández de Cos. (Archivbild) - Bild: CĂ©zaro De Luca/EUROPA PRESS/dpa
  • Bundesbank-Präsident Joachim Nagel traut sich den Wechsel zur EZB zu, ob der Deutsche zum Zuge kommt, ist ungewiss. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa
  • Die amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat ihren RĂĽcktritt zum 7. Februar 2027 angekĂĽndigt. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Die Führungsetage der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt wird neu geordnet. (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa Dem ehemaligen niederländischen Notenbankchef Klaas Knot werden gute Chancen auf die Nachfolge von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eingeräumt. (Archivbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa Gilt als ein Favorit im Rennen um die EZB-Spitze: Der Spanier Pablo Hernández de Cos. (Archivbild)  - Bild: Cézaro De Luca/EUROPA PRESS/dpa Bundesbank-Präsident Joachim Nagel traut sich den Wechsel zur EZB zu, ob der Deutsche zum Zuge kommt, ist ungewiss. (Archivbild) - Bild: Soeren Stache/dpa Die amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat ihren Rücktritt zum 7. Februar 2027 angekündigt. (Archivbild) - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Eurostaaten suchen Nachfolger fĂĽr Christine Lagarde

Wer Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank folgt, soll in den kommenden Tagen konkreter werden. Die Eurostaaten müssen bis Freitag Kandidaten benennen, bevor die Eurogruppe am Montag, dem 9. November, eine Bestandsaufnahme vornimmt.

Niederlande nominieren Klaas Knot

Die Niederlande schicken ihren früheren Zentralbankchef Klaas Knot ins Rennen, wie Finanzminister Eelco Heinen dem Parlament in Den Haag mitteilte. Knot stand von Juli 2011 bis Juni 2025 an der Spitze der niederländischen Zentralbank und gilt als Vertreter einer strafferen Geldpolitik.

Lagarde verlässt die EZB im Februar

Lagarde hat ihren RĂĽcktritt zum 7. Februar angekĂĽndigt. Bis dahin wird sie noch die geldpolitischen Sitzungen des EZB-Rats im Dezember und im Februar leiten.

Ihre reguläre achtjährige Amtszeit hätte erst im Oktober 2027 geendet. Über einen vorzeitigen Abschied der früheren IWF-Chefin war allerdings bereits länger spekuliert worden.

Hernández de Cos gilt als Favorit

Als weiterer Favorit gilt der Spanier Pablo Hernández de Cos. Der 55-Jährige führt seit dem 1. Juli 2025 die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel und war zuvor von 2018 bis 2024 Chef der spanischen Zentralbank.

Hernández de Cos wird eher einer lockeren Geldpolitik mit niedrigeren Zinsen zugerechnet. Für seine Kandidatur spricht aus Sicht von Beobachtern auch, dass Spanien bislang noch nie den Vorsitz der EZB innehatte.

Joachim Nagel wird ebenfalls gehandelt

Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel wird als möglicher Nachfolger genannt. Der 60-Jährige führt die deutsche Notenbank seit Januar 2022 und war zuvor unter anderem bei der KfW sowie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich tätig.

Deutschland hatte bislang noch nie den EZB-Präsidenten gestellt. Zugleich gilt die Besetzung mit einem Deutschen als politisch schwierig, weil mit Ursula von der Leyen bereits eine Deutsche an der Spitze der EU-Kommission steht.

Die Nachfolge an der EZB-Spitze fällt in eine Phase, in der die Eurostaaten zugleich über weitere Schlüsselpositionen im Direktorium beraten müssen. Nach dem angekündigten Ausscheiden von Christine Lagarde am 7. Februar 2027 stehen auch Veränderungen bei Isabel Schnabel und dem EZB-Chefökonomen Philip Lane an. Dadurch kann die Besetzung des Präsidentenamts Teil eines größeren Personalpakets werden.

Für die Auswahl zählt nicht allein die Herkunft eines Kandidaten. Hernández de Cos und Knot bringen Erfahrungen aus nationalen Zentralbanken und internationalen Institutionen mit, vertreten geldpolitisch aber unterschiedliche Akzente. Während Knot als Vertreter einer strafferen Linie gilt, wird Hernández de Cos eher mit einer lockereren Geldpolitik verbunden. Die Entscheidung kann damit auch Erwartungen an den künftigen Kurs der EZB beeinflussen.

Entscheidung im europäischen Verfahren

Die Eurogruppe prüft zunächst die Vorschläge der Eurostaaten. Danach geben das Europäische Parlament und der EZB-Rat Stellungnahmen ab, bevor die Staats- und Regierungschefs der EU die endgültige Ernennung beschließen. Für einen Kandidaten ist die Unterstützung von mindestens 16 der 21 Eurostaaten erforderlich, die zusammen mindestens 65 Prozent der Bevölkerung des Währungsraums vertreten.

Für Bürgerinnen und Bürger ist die Personalie vor allem wegen ihrer möglichen Wirkung auf Zinsen, Kredite und Sparanlagen relevant. Der Präsident oder die Präsidentin leitet die Sitzungen des EZB-Rats, entscheidet jedoch nicht allein über die Geldpolitik. Ausschlaggebend bleibt das Mehrheitsvotum des Rates auf Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung und der Inflationslage.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Eurozone startet Nominierung für Lagarde-Nachfolge im EZB-Präsidentenamt“ (03.11.2026)

Euronews hebt das formale Verfahren und die erforderlichen Mehrheiten hervor. Der Beitrag ordnet außerdem die weiteren anstehenden Personalwechsel im EZB-Direktorium als Teil möglicher Paketverhandlungen ein.

Stern: „Europäische Zentralbank: Lagarde-Nachfolge: Euroländer sollen zügig Vorschläge machen“ (03.11.2026)

Der Stern konzentriert sich auf die Aufforderung zur Kandidatenbenennung und die Rolle der EU-Staats- und Regierungschefs. Anders als Euronews betont der Beitrag stärker Deutschlands Interesse an einer Beteiligung und die möglichen Personalverhandlungen um mehrere Spitzenposten.

Beide Beiträge bestätigen den kurzfristigen Zeitplan und die Favoriten Hernández de Cos und Knot. Unterschiede gibt es vor allem beim Schwerpunkt: Im Vordergrund stehen einmal das Abstimmungsverfahren, einmal die deutsche Position und die Verknüpfung mit weiteren EZB-Personalien.

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