EZB-PrÀsidentin Lagarde sieht keine Hinweise auf lÀngerfristig erhöhte Inflation
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSZwar rechne die EZB in der Zukunft mit einer stĂ€rkeren Teuerung, allerdings gebe es bislang keine Anzeichen dafĂŒr, dass sich die höhere Inflation verfestige, sagte Lagarde am Montag vor dem Wirtschafts- und WĂ€hrungsausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments. Es gebe derzeit keine Belege dafĂŒr, dass sich die hohen Energiepreise auf die Löhne ĂŒbertragen wĂŒrden.
Allerdings falle die Inflationsprognose fĂŒr 2027 und 2028 "höher aus, als wir noch vor einigen Monaten angenommen hatten", rĂ€umte die NotenbankprĂ€sidentin ein und fĂŒhrte dies auf die zuletzt gestiegenen Energiepreise zurĂŒck. Seit der jĂŒngsten Sitzung des EZB-Rates seien aber die langfristigen Zinsen an den FinanzmĂ€rkten ebenfalls deutlich gestiegen. Dies werde das Wachstum dĂ€mpfen und "die Weitergabe von Preissteigerungen stĂ€rker begrenzen, als wir in unserer Prognose vom September angenommen hatten", sagte Lagarde.
Zudem sagte Lagarde, dass die KĂŒnstliche Intelligenz (KI) das Potenzial habe, Unternehmen bei der Steigerung ihrer Produktion zu unterstĂŒtzen. Die damit verbundene höhere ProduktivitĂ€t könnte langfristig zu Kostensenkungen fĂŒhren. Daher dĂŒrfte die KI den Inflationsdruck auf lange Sicht verringern.
"FĂŒr die Geldpolitik ist die Aufgabe klar: Wir mĂŒssen genau beobachten und analysieren, wie sich KI auf ProduktivitĂ€t, Investitionen, ArbeitsmĂ€rkte, Finanzierungsbedingungen und Inflation auswirkt, damit wir unser Mandat zur Wahrung der PreisstabilitĂ€t weiterhin erfĂŒllen können", sagte Lagarde.
An diesem Freitag werden Inflationsdaten fĂŒr die Eurozone erwartet. Analysten gehen im Schnitt davon aus, dass die Inflationsrate im September auf 3,7 Prozent angestiegen ist, nachdem sie im August bei 3,2 Prozent lag. Die Teuerung liegt damit deutlich ĂŒber dem Ziel der EZB von mittelfristig zwei Prozent. Die Notenbank hatte am 10. September die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht.
