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Studie: Rund 113.000 Stellen im Handwerk unbesetzt

20.09.2024 - 10:53:48

FachkrĂ€fte dringend gesucht: Auch im Handwerk bleiben viele Stellen unbesetzt, weil es nicht genug Spezialisten gibt. Die IG Metall fordert die Betriebe auf, attraktiver fĂŒr junge Menschen zu werden.

Dem Handwerk fehlen nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) bundesweit rund 113.000 FachkrĂ€fte. Besonders wĂŒrden FachkrĂ€fte fĂŒr Bauelektrik und Kfz-Technik gesucht, berichtete das IW. Zuletzt seien es rund 18.300 Stellen fĂŒr Bauelektriker und 16.300 fĂŒr Kfz-Techniker gewesen, fĂŒr die es rechnerisch keinen passend qualifizierten Arbeitssuchenden gegeben habe. Die FachkrĂ€ftelĂŒcke im Bereich SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik liege bei 12.200 Stellen.

IW-Expertin: «LĂŒcke wird von Jahr zu Jahr grĂ¶ĂŸer»

Zwar steige die Zahl der neuen AusbildungsvertrĂ€ge in diesen Berufen langsam an, doch der Bedarf der Unternehmen wachse schneller, so das IW. «Die LĂŒcke wird deshalb von Jahr zu Jahr grĂ¶ĂŸer», erklĂ€rte Studienautorin Lydia Malin.

«Jobs im Handwerk sind vielfĂ€ltig, bieten die Möglichkeit, frĂŒh Verantwortung zu ĂŒbernehmen, und somit gute Karriereperspektiven», warb Malin. Die Berufe seien außerdem krisensicher und stets gefragt. Zudem seien Handwerker unerlĂ€sslich fĂŒr eine erfolgreiche Klimatransformation.

Die IG Metall fordert bessere Ausbildungsbedingungen im Handwerk. Die Betriebe mĂŒssten mit mehr verbindlichen tariflichen Regelungen attraktiver fĂŒr den Nachwuchs werden, erklĂ€rte IG Metall-Tarif- und HandwerksvorstĂ€ndin Nadine Boguslawski laut einer Mitteilung der Gewerkschaft zum Tag des Handwerks (21. September). «Mit MobilitĂ€ts-, Energie- und WĂ€rmewende ist das Handwerk eine entscheidende Basis einer besseren Zukunft», so Boguslawski.

Auch wenn die Ausbildungszahlen bei Klimaberufen wie Elektrotechniker oder Anlagenmechaniker SanitÀr-Heizung-Klima leicht stiegen, werde der tatsÀchliche Nachwuchsbedarf bei weitem nicht gedeckt. Laut IG Metall profitieren rund 30 Prozent der BeschÀftigten im Handwerk von TarifvertrÀgen. Rund 60 Prozent der jungen FachkrÀfte wanderten nach ihrer Ausbildung in andere Branchen ab.

@ dpa.de