FachkrÀfte, Frauen

FachkrÀfte: Frauen aus Drittstaaten tragen 50% des Zuwachses

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frauen ohne deutschen Pass tragen fast die HÀlfte des BeschÀftigungszuwachses seit 2014. Spezialistinnen-Zahl steigt um 32 Prozent.

KOFA-Studie: Migrantinnen treiben FachkrÀftewachstum in Deutschland an
Eine professionelle Frau bei der Arbeit an einem Laptop in einem modernen, hellen BĂŒro. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Im deutschen Arbeitsmarkt hat die Bedeutung von Frauen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Eine im FrĂŒhjahr 2026 veröffentlichte Studie des Kompetenzzentrums FachkrĂ€ftesicherung (KOFA) belegt, dass insbesondere Frauen aus Drittstaaten einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der FachkrĂ€ftesituation leisten. Den Daten zufolge basiert fast die HĂ€lfte des gesamten BeschĂ€ftigungszuwachses unter Frauen seit dem Jahr 2014 auf dieser Gruppe.

Massiver Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen BeschÀftigung

Die Untersuchung verdeutlicht die Dynamik der vergangenen Dekade. Demnach waren zuletzt 15,6 Millionen Frauen in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschÀftigt. Dies entspricht einer Steigerung von 2,5 Millionen ErwerbstÀtigen im Vergleich zum Jahr 2014. Besonders bemerkenswert ist dabei die Zusammensetzung dieses Wachstums: Fast 50 Prozent des Zuwachses entfallen auf Frauen ohne deutschen Pass. Mehr als ein Viertel des Anstiegs wird konkret von Frauen aus sogenannten Drittstaaten getragen.

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Parallel dazu hat sich das Qualifikationsniveau deutlich erhöht. Im Jahr 2024 wurden 32,3 Prozent mehr weibliche Spezialistinnen registriert als noch zehn Jahre zuvor. Dies entspricht einem absoluten Plus von 760.000 hochqualifizierten FachkrÀften in diesem Segment.

Relevanz fĂŒr Engpassberufe und regionale Unterschiede

Ein Schwerpunkt der Analyse liegt auf der Rolle von Frauen in kritischen Arbeitsmarktbereichen. Insgesamt 6,5 Millionen Frauen arbeiten derzeit in sogenannten Engpassberufen, in denen ein erheblicher Mangel an qualifiziertem Personal herrscht. Damit sind 42 Prozent aller erwerbstĂ€tigen Frauen in Branchen tĂ€tig, die fĂŒr die wirtschaftliche StabilitĂ€t von besonderer Bedeutung sind.

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Regional zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Den Ergebnissen zufolge verzeichnete Baden-WĂŒrttemberg im bundesweiten Vergleich den dritthöchsten Anstieg bei der BeschĂ€ftigung von Frauen in diesem Kontext. Trotz dieser positiven Entwicklung weisen die Autoren der Studie auf ein weiterhin erhebliches ungenutztes Potenzial hin. Von den insgesamt 1,3 Millionen arbeitslosen Frauen in Deutschland verfĂŒgen rund 40 Prozent – konkret 531.000 Personen – ĂŒber keine deutsche Staatsangehörigkeit.

Gezielte UnterstĂŒtzung durch Mentoring-Programme

Um die Integration von Migrantinnen in den Arbeitsmarkt weiter zu fördern, setzen Experten auf spezifische UnterstĂŒtzungsangebote. Im MĂ€rz 2026 startete ein Mentorinnen-Programm fĂŒr Migrantinnen bereits in seine zehnte Runde. Solche Initiativen haben sich in der Vergangenheit als wirkungsvoll erwiesen: Seit dem Jahr 2017 wurden ĂŒber dieses Programm mehr als 700 Frauen begleitet.

Die Erfolgsquote unterstreicht die Relevanz dieser Maßnahmen fĂŒr die FachkrĂ€ftesicherung. Rund die HĂ€lfte der Teilnehmerinnen, die das Programm als Mentees durchlaufen, findet im Anschluss eine BeschĂ€ftigung. Solche strukturellen Hilfestellungen gelten als wichtiger Baustein, um die bestehende LĂŒcke zwischen Arbeitslosigkeit und dem hohen Bedarf in Engpassberufen weiter zu schließen. Angesichts des demografischen Wandels und des wachsenden Bedarfs an Spezialistinnen wird die erfolgreiche Arbeitsmarktintegration von Frauen aus Drittstaaten laut der KOFA-Studie auch kĂŒnftig ein entscheidender Faktor fĂŒr den Standort Deutschland bleiben.

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