Fachkräftemangel, Stellen

Fachkräftemangel: 393.000 Stellen bleiben unbesetzt, KMU besonders betroffen

09.06.2026 - 01:49:57 | boerse-global.de

Neue IW-Studie zeigt: 71,7 Prozent der offenen Stellen in Engpassberufen entfallen auf KMU. Besonders betroffen sind ländliche Regionen und das Handwerk.

IW-Studie: Fachkräftemangel trifft vor allem kleine Betriebe
Fachkräftemangel - Eine vielfältige Gruppe junger Erwachsener in einem modernen Ausbildungszentrum, die gemeinsam an Projekten arbeiten und Flexibilität symbolisieren. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders betroffen sind ländliche Regionen.

Die Ergebnisse der Untersuchung vom 8. Juni belegen erhebliche regionale Unterschiede. Bundesweit blieben zuletzt rund 393.000 von insgesamt 1,1 Millionen offenen Stellen unbesetzt. Besonders kritisch ist die Lage in Bayern: Hier blieb jedes zweite KMU-Stellenangebot vakant. In Berlin konnte dagegen nur jede f?nfte Stelle nicht besetzt werden.

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In ländlich geprägten Bundesländern verschärft sich die Situation zusätzlich. Dort entfallen bis zu 80 Prozent der offenen Stellen in Engpassberufen auf kleine und mittlere Betriebe. Die größten Defizite verzeichnen die Branchen Produktion, Handwerk sowie Gesundheit und Soziales.

Teilzeitausbildung als Antwort auf den Fachkräftemangel

Angesichts dieser Zahlen gewinnen alternative Ausbildungsmodelle an Bedeutung. Am heutigen Dienstag befasste sich ein digitaler Unternehmertreff in Ostwürttemberg gezielt mit den Potenzialen der Teilzeitausbildung und betrieblichen Umschulung. In Kooperation mit dem Welcome Center Ostwürttemberg und der Kontaktstelle Frau und Beruf wurde erörtert, wie flexiblere Arbeitszeitmodelle in der Ausbildung helfen können.

Referentin Tarla B. Naffin vom Verein AJO betonte die Chancen durch die Ansprache von Personen mit familiären Verpflichtungen. Die Teilzeitausbildung ermögliche es, motivierte Arbeitskräfte zu gewinnen, die keine Vollzeitausbildung absolvieren können. Dies stärke die personelle Basis der Unternehmen nachhaltig.

Auch in anderen Regionen wird dieses Modell forciert. Ende Juni finden in Freiburg zwei offene Sprechstunden statt: Am 25. Juni informiert die Handwerkskammer über Berufsabschlüsse trotz Familienpflichten, gefolgt von einem Beratungstermin im Rathaus im Stühlinger am 29. Juni. Ziel dieser Initiativen des Arbeitskreises Teilzeitausbildung ist es, Hemmschwellen für Bewerber und Betriebe gleichermaßen zu senken.

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Neue Wege in der Weiterbildung

Parallel zu den Bemühungen in der Erstausbildung werden auch die Rahmenbedingungen für die berufliche Weiterbildung angepasst. In Österreich startete am 8. Juni das neue Modell der Weiterbildungszeit, das die bisherige Bildungskarenz ablöst. Das Budget wurde auf 150 Millionen Euro pro Jahr begrenzt – eine deutliche Reduktion gegenüber früheren Jahren.

Die Kriterien für eine Förderung durch das Arbeitsmarktservice wurden verschärft: Anträge werden nur noch für arbeitsmarktrelevante und überbetrieblich verwertbare Ausbildungen bewilligt. Ein direkter Anschluss an die Elternkarenz ist nicht mehr möglich, eine Wartefrist von 26 Wochen wurde festgelegt. Bei höheren Einkommen über 3.465 Euro brutto müssen Arbeitgeber zudem einen Beitrag von 15 Prozent zur Beihilfe leisten.

Technologie als Entlastung

Neben personellen Strategien spielt die technologische Anpassung eine zentrale Rolle. Am heutigen Dienstag wurden in Nordrhein-Westfalen im Rahmen eines Umsetzungstages zur digitalen Sicherheit praxisorientierte Workshops angeboten. Themen wie IT-Sicherheit und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz stehen dabei im Mittelpunkt, um die Effizienz in KMU zu steigern.

Ebenfalls heute diente die Zukunftswerkstatt in Schwedt dem Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Hier wurden unter anderem Mixed-Reality-Anwendungen präsentiert, die Arbeitsprozesse in KMU optimieren sollen. Die Idee: Den Bedarf an personellen Ressourcen durch technologische Unterstützung teilweise kompensieren.

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