Fachkräftemangel M-V: 5.600 offene Stellen in zwei Regionen
Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Urlauberaktionstage zur Fachkräftegewinnung in Westmecklenburg verbuchen 1.500 Beratungsgespräche. Die Welcome Service Center aus Nordwestmecklenburg, Ludwigslust-Parchim und Schwerin zogen Anfang August eine positive erste Bilanz.
Direkter Draht zu potenziellen Fachkräften
Die Aktion setzte auf ungewöhnliche Orte: das Ostseebad Boltenhagen, die Insel Poel und Schwerin. Dort sprachen Mitarbeiter Touristen direkt an – mit Erfolg. Die Idee: Wer die Region als Urlaubsziel schätzt, könnte auch hier arbeiten und leben wollen. Unterstützt wurde die Initiative vom Regionalmarketing.
„Die positive Resonanz zeigt, dass das Format geeignet ist, um potenzielle Fachkräfte in einer entspannten Atmosphäre zu erreichen", sagt Kathrin Hoffmann, Leiterin der Fachgruppe Wirtschaft und Tourismus. Besonders gefragt waren Branchen mit hohem Personalbedarf.
Tausende offene Stellen
Der Bedarf ist enorm: Allein in Schwerin sind rund 2.100 Stellen unbesetzt. In der Mecklenburgischen Seenplatte werden über 2.500 offene Stellen gemeldet. Der Arbeitsmarkt bleibt trotz saisonüblicher Juli-Zahlen angespannt – in ganz Mecklenburg-Vorpommern waren rund 63.500 Menschen arbeitslos, ein Zuwachs von 1.600 gegenüber dem Vormonat.
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Besonders deutlich zeigt sich der Mangel beim Nachwuchs: Etwa 3.000 freie Lehrstellen stehen nur 2.400 Bewerbern gegenüber. Ein Ungleichgewicht, das die Region langfristig beschäftigen wird.
Internationales Interesse wächst
Auffällig: Auch IT-Spezialisten und Bauingenieure aus dem Iran informierten sich über Jobs in Westmecklenburg. Das passt zu den Bemühungen auf Bundes- und Landesebene, Zuwanderung in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.
Ende Juli unterzeichneten Deutschland und Kolumbien ein Sozialversicherungsabkommen. Es soll die Anwerbung von Fachkräften vereinfachen, Rentenansprüche sichern und Doppelversicherungen vermeiden. Auch andere Regionen setzen auf internationale Kooperationen – in Niederösterreich starteten rund 150 vietnamesische Pflegekräfte ihre Ausbildung.
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Ausbildungskampagnen zeigen Wirkung
Andere Bundesländer machen es vor: In Sachsen-Anhalt erreichte eine Ausbildungskampagne im Frühjahr hunderte Teilnehmer. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge mit ausländischen Staatsangehörigen stieg dort um 11,5 Prozent.
Die Verantwortlichen in Westmecklenburg wollen die Strategie fortsetzen. Der Ansatz, Fachkräfte dort anzusprechen, wo sie sich ohnehin gerne aufhalten, soll die wirtschaftliche Stabilität der Region langfristig sichern – gegen den Trend des demografischen Wandels.
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