Energie, Immobilien

Iran-Krieg dĂŒrfte FernwĂ€rme vielerorts mit VerspĂ€tung verteuern

Veröffentlicht am: 23.03.2026 um 10:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Fachleute erwarten, dass die steigenden Gas-Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs mit VerspĂ€tung bei vielen FernwĂ€rme-Kunden ankommen werden.

FernwÀrme-Anschluss (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
FernwÀrme-Anschluss (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Es kommt allerdings darauf an, wie die WĂ€rme vor Ort erzeugt wird", sagte Florian Munder, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), dem "Spiegel". "Manche Netze sind schon weitgehend frei von fossiler Energie, was in der aktuellen Krise von Vorteil ist."

Zudem dĂŒrfen viele FernwĂ€rme-Versorger die Preise nur einmal im Jahr erhöhen, nur in manchen FĂ€llen halbjĂ€hrlich oder quartalsweise. "Bis die hohen Großhandelspreise auf FernwĂ€rme-Kunden durchschlagen, kann eine ganze Weile vergehen", so Munder. Viele große Anbieter orientieren sich dabei an einem Index des Statistischen Bundesamts, der die Kosten der einzelnen Brennstoffe ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum betrachtet. "Manche kleinere Betreiber nutzen aber auch Börsenindizes, die kurzfristige Preisschocks schneller abbilden", sagte der VerbraucherschĂŒtzer.

Der Branchenverband AGFW bestĂ€tigt, dass sich Spannungen auf dem Gasmarkt auch auf fossil betriebene Heizkraftwerke auswirken können. Dabei komme es aber auch darauf an, wie kurzfristig oder langfristig im Voraus ein Versorger Gas einkauft. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine zĂ€hlte die FernwĂ€rme zunĂ€chst zu den relativ gĂŒnstigen Heizmethoden; die hohen Gaspreise schlugen erst mit Verzögerung bei FernwĂ€rme-Kunden durch.

"Auch bei den jĂŒngsten Entwicklungen ist ein Ă€hnliches Muster plausibel", sagte AGFW-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Werner Lutsch dem "Spiegel": Die FernwĂ€rme dĂŒrfte "zunĂ€chst vergleichsweise preisstabil bleiben, wĂ€hrend mögliche Preissteigerungen erst zeitversetzt wirksam werden".

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