Bitkom-Studie, AbhÀngigkeit

Bitkom-Studie: AbhÀngigkeit von Digitalimporten enorm

17.01.2024 - 13:03:59

Fast alle Unternehmen ab 20 BeschÀftigten in Deutschland sehen sich abhÀngig vom Import digitaler Technologien und Leistungen aus dem Ausland.

In einer reprÀsentativen Umfrage des Branchenverbandes Bitkom erklÀrte sich nur jedes 25. Unternehmen (4 Prozent) von Digitalimporten unabhÀngig. Knapp zwei Drittel (62 Prozent) der Unternehmen ab 20 BeschÀftigten bezeichnen sich dagegen als "stark abhÀngig", weitere 32 Prozent als "eher abhÀngig".

In der Umfrage sagten mehr als die HĂ€lfte (57 Prozent) der Firmen, sie könnten 13 bis 24 Monate ohne Digitalimporte ĂŒberleben. 19 Prozent wĂ€ren sieben bis zwölf Monate ĂŒberlebensfĂ€hig, 12 Prozent sogar nur bis zu sechs Monate. LĂ€nger als zwei Jahre könnten lediglich 7 Prozent der Unternehmen durchhalten.

FĂŒr die Studie wurden im vergangenen November und Dezember 604 Unternehmen ab 20 BeschĂ€ftigten in Deutschland telefonisch befragt.

Bitkom-PrĂ€sident Ralf Wintergerst sagte, digital souverĂ€n sei ein Land, das eigene substanzielle FĂ€higkeiten in digitalen SchlĂŒsseltechnologien besitze und selbstbestimmt darĂŒber entscheiden könne, aus welchen LĂ€ndern es digitale Technologien beziehe. "In den vergangenen Jahren ist Deutschlands AbhĂ€ngigkeit gewachsen. Diese Entwicklung mĂŒssen und können wir umkehren."

Kummer bereiten der Wirtschaft die einseitigen wirtschaftlichen Beziehungen zu China. In der Umfrage sagten 69 Prozent, die AbhĂ€ngigkeit der deutschen Wirtschaft von China mache dem Unternehmen Sorgen. Weniger kritisch wird die Beziehung zu den USA eingestuft. Hier Ă€ußerten 38 der Unternehmen ihre Sorgen ĂŒber eine zu starke AbhĂ€ngigkeit.

Bei den Digitalimporten stehen EndgerĂ€te wie Smartphones und Laptops ganz oben auf der Liste, die 94 Prozent der Unternehmen importieren. Drei Viertel (76 Prozent) fĂŒhren digitale Bauteile wie etwa Chips, Halbleiter oder Sensoren ein. Zwei Drittel (69 Prozent) importieren Software und 67 Prozent Cybersicherheits-Anwendungen wie Firewalls. Vergleichsweise gering ist dagegen die AbhĂ€ngigkeit von Rohstoffen fĂŒr IT-Hardware, etwa Metalle oder Seltene Erden. Sie werden der Umfrage zufolge lediglich von drei Prozent der Unternehmen eingefĂŒhrt.

Wintergerst sagte, bei der Herstellung der digitalen SouverĂ€nitĂ€t komme auch der deutschen Politik eine SchlĂŒsselrolle zu: "Die Bundesregierung kann eine ganze Menge tun." Sie habe die Regulierung in der Hand. Diese laufe aber in die falsche Richtung. "Sie ist zu technologieeinschrĂ€nkend, sie ist zu verbotsorientiert, sie ist zu wenig technologieoffen, als dass in Europa wirklich digitale Innovationen entstehen können."

@ dpa.de