FernwÀrmepreise: Musterfeststellungsklage gegen E.ON vor Gericht
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deVor dem Oberlandesgericht Hamm hat am Montag die mĂŒndliche Verhandlung ĂŒber eine Musterfeststellungsklage gegen E.ON Energy Solutions begonnen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) geht mit dieser Sammelklage gegen die Preisgestaltung des Energieversorgers vor, wobei der Verhandlungsbeginn fĂŒr 13:00 Uhr angesetzt wurde. Im Zentrum des Verfahrens stehen Preisklauseln fĂŒr FernwĂ€rme, die nach Ansicht der KlĂ€ger die Kunden unangemessen benachteiligen.
Kritik an Kopplung an Gaspreis-Index
Der vzbv wirft E.ON vor, Preisformeln zu verwenden, die den FernwĂ€rmepreis zu stark an die Entwicklung der Erdgaspreise koppeln. Den Angaben der VerbraucherschĂŒtzer zufolge liegt das Marktelement in den beanstandeten Klauseln bei mehr als 60 Prozent.
Ăblich und angemessen sei hingegen ein Anteil von rund 50 Prozent. Durch diese starke Bindung an den Gaspreis-Index seien die Arbeitspreise fĂŒr FernwĂ€rmekunden in der Vergangenheit massiv angestiegen.
Die KlÀger verweisen auf drastische Preisentwicklungen in den letzten Jahren. So sei der Arbeitspreis in einem beispielhaften Fall im Zeitraum von 2020 bis 2022 von 6,18 auf 23,24 ct/kWh gestiegen.
Diese Erhöhung fĂŒhrte laut vzbv dazu, dass ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 15.000 kWh in diesem Zweijahreszeitraum Mehrkosten von circa 3.500 Euro tragen musste. Der Verband spricht in diesem Zusammenhang von Steigerungen der Arbeitspreise um teilweise mehrere Hundert Prozent.
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E.ON weist VorwĂŒrfe zurĂŒck
E.ON Energy Solutions wies die Anschuldigungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands im Vorfeld der Verhandlung zurĂŒck. Das Unternehmen hĂ€lt an der RechtmĂ€Ăigkeit seiner Preisberechnungen fest.
DemgegenĂŒber steht eine EinschĂ€tzung des Bundeskartellamts, das die Preisstrukturen in der Branche ebenfalls untersucht hat. Die Wettbewerbsbehörde stellte demnach fest, dass bei insgesamt vier Netzen ein zu schwaches Marktelement in den verwendeten Preisformeln enthalten sei.
FĂŒr betroffene Verbraucher bietet das laufende Verfahren die Möglichkeit, sich der Sammelklage anzuschlieĂen. Eine Anmeldung ist ĂŒber das offizielle Verbandsklageregister möglich.
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Mit der Musterfeststellungsklage soll gerichtlich geklĂ€rt werden, ob die PreisĂ€nderungsklauseln von E.ON rechtmĂ€Ăig sind oder ob Kunden Anspruch auf Entlastungen haben. Das Urteil des Oberlandesgerichts Hamm könnte somit richtungsweisend fĂŒr eine Vielzahl von FernwĂ€rmeliefervertrĂ€gen des Energiekonzerns sein.
