FFG-Förderung: Österreich rettet EU-Projekte mit 2,5 Mio. Euro
28.05.2026 - 00:00:16 | boerse-global.deÖsterreichs Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) hat ein neues Förderprogramm aufgelegt, das vielversprechende EU-Projekte retten soll. Dahinter steckt ein cleverer Schachzug: Statt eigener Prüfverfahren setzt man auf bereits durchgeführte EU-Bewertungen.
Der Startschuss fiel am 26. Mai 2026. Die FFG vergibt künftig ein „Seal of Excellence“ an Projekte, die von der EU positiv bewertet wurden, aber aufgrund begrenzter Haushaltsmittel keine Förderung erhielten. Das spart Zeit und Bürokratie – ein entscheidender Vorteil für Start-ups und kleine Unternehmen.
Zwei Förderlinien für Innovationen
Das Programm gliedert sich in zwei Bereiche: den EIC Accelerator Seal of Excellence und den ERC Proof of Concept Seal of Excellence. Unternehmen können beim EIC-Teil bis zu 70 Prozent ihrer Projektkosten erstattet bekommen – maximal 2,5 Millionen Euro. Der ERC-Teil zahlt pauschal 150.000 Euro aus.
Die Förderung ist eng mit der österreichischen Industriestrategie 2035 verknüpft. Ziel ist es, komplexe technologische Lösungen schneller zur Marktreife zu bringen. Für Unternehmen bedeutet das: weniger Papierkrieg, mehr Fokus auf die eigentliche Innovation.
Neben finanziellen Förderungen kommen 2024 auch neue bürokratische Hürden auf innovative Unternehmen zu, wie die EU-KI-Verordnung mit ihren strengen Dokumentationspflichten. Dieser kostenlose Leitfaden hilft Ihrer IT- und Rechtsabteilung, den Überblick über Fristen und Risikoklassen des AI Acts zu behalten. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Forschungszulage: Rückwirkend Geld holen
Auch in Deutschland gibt es gute Nachrichten für Forscher. Die Forschungszulage erlaubt rückwirkende Anträge für Projekte bis ins Jahr 2022 – vorausgesetzt, die Unterlagen sind bis Ende 2026 eingereicht. Pro Jahr sind bis zu 12 Millionen Euro an Projektkosten förderfähig.
Wer den Überblick über die Tausenden Förderprogramme behalten will, sollte digitale Tools nutzen. Der bundesweite „Förderfinder“ und die Datenbank des Bundeswirtschaftsministeriums helfen bei der Orientierung. Denn die größte Hürde ist oft nicht die fehlende Förderung, sondern der Dschungel der Antragsverfahren.
Digitaler Handel: Zertifikate und Carnets werden elektronisch
Der internationale Handel macht Tempo bei der Digitalisierung. Seit September 2025 gibt es das vollständig digitale Ursprungszeugnis (dUZ). Die Zahlen sprechen für sich: In der Region Heilbronn-Franken werden 99 Prozent der Anträge elektronisch bearbeitet, 63 Prozent sogar komplett digital.
Am 1. Juni 2026 folgt der nächste Schritt: das digitale Carnet ATA wird schrittweise eingeführt. Zunächst in der EU, der Schweiz, Norwegen und Großbritannien. Bis Ende 2027 soll es weltweit verfügbar sein. Das Ziel: Schluss mit Papierstapeln beim Zoll, stattdessen schnelle digitale Abwicklung.
Cyber Resilience Act: Persönliche Haftung droht
Die Sicherheitsanforderungen verschärfen sich. Der Cyber Resilience Act (CRA) ist seit Dezember 2024 in Kraft. Der erste große Meilenstein kommt am 11. September 2026: Dann müssen Unternehmen aktiv ausgenutzte Sicherheitslücken melden.
Die Bundesregierung stellt dafür jährlich 1,28 Millionen Euro bereit. Das EU-Programm SECURE hat sogar 16,5 Millionen Euro für kleine und mittlere Unternehmen reserviert. Wer die Vorschriften ignoriert, geht ein hohes Risiko ein: Geschäftsführer und Manager können persönlich haftbar gemacht werden.
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E-Auto-Prämie: Nur noch digital mit BundID
Seit dem 19. Mai 2026 läuft das neue Portal für Elektroauto-Prämien. Die Zuschüsse liegen zwischen 1.500 und 6.000 Euro und gelten rückwirkend für Fahrzeuge ab dem 1. Januar 2026.
Allerdings: Der Antrag geht nur noch digital mit der „BundID“. Dafür braucht man entweder einen elektronischen Personalausweis (eID) oder ein Elster-Zertifikat. Zudem müssen die letzten beiden Steuerbescheide eingereicht werden – die Förderhöhe hängt vom Haushaltseinkommen und der Familiengröße ab. Wer keine Steuerbescheide vorlegen kann, hat derzeit keine Alternative.
Soziale Innovation: Mehr Geld für Eltern und Kreative
Der Europäische Sozialfonds (ESF) Plus investiert in soziale Projekte. In Sachsen-Anhalt startete am 20. Mai 2026 eine neue Runde des Programms „Empowerment for Parents“. Um den Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung zu bekämpfen, wurden die Anforderungen gesenkt: Jetzt sind auch staatlich anerkannte Erzieher ohne akademischen Abschluss zugelassen. Ziel ist es, bis 2028 rund 140 zusätzliche pädagogische Fachkräfte zu finanzieren.
Baden-Württemberg legt eine zweite Runde für „Soziale Innovation“ auf. Vier Millionen Euro stehen für Projekte in den Jahren 2027 und 2028 bereit. Die Förderquote beträgt bis zu 80 Prozent. Anträge sind vom 8. Juni bis zum 31. Juli 2026 möglich.
Lokale Förderung: Kleine Beträge, große Wirkung
Neben den großen Programmen gibt es auch Mikro-Förderungen für die Stadtentwicklung. Frankfurt vergibt mit „MITTE gemeinsam gestalten“ zwischen 500 und 2.000 Euro für Projekte von Juli bis Oktober 2026. Antragsschluss ist der 18. Juni.
Goslar lockt mit den „MachMit!Stipendien“: Zwischen 500 und 5.000 Euro winken für kreative Ideen in der historischen Altstadt. Die erste Runde läuft vom 1. bis 19. Juni 2026, eine zweite folgt im Spätsommer.
Was Unternehmer jetzt wissen müssen
Die zweite Jahreshälfte 2026 bringt strenge Fristen. Wer Forschungszulagen für Arbeiten seit 2022 beantragen will, muss die Unterlagen bis Jahresende 2026 einreichen. Im internationalen Handel läuft die Umstellung auf das digitale Carnet ATA bis 2027.
Der 11. September 2026 markiert den Start der Meldepflicht für Sicherheitslücken. Unternehmen sollten die zweiten Runden des EU-Programms SECURE im Auge behalten, um die Kosten für die technische Umsetzung abzufedern.
Eines wird deutlich: Die digitale Identität wird zum Schlüssel für den Zugang zu Fördermitteln. Ohne BundID, elektronischen Personalausweis oder Elster-Zertifikat geht künftig kaum noch etwas. Wer jetzt seine digitalen Prozesse professionalisiert, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
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