Finanzberatung, Investmentberatung

Finanzberatung muss Frauen endlich ernst nehmen – Investforwomen-Gründerin Jenny Walter über falsche Versprechen und echte Aufklärung

07.04.2026 - 19:30:00

Investforwomen-Gründerin über Beratung, Rendite & Qualitätsstandards für Frauen

Investforwomen hat sich auf ein Feld spezialisiert, das lange kaum differenziert betrachtet wurde: Investmentberatung für Frauen. Das Unternehmen mit Sitz in Kiel bietet eine kostenfreie, individuelle Beratung an und richtet sich an Frauen, die ihre finanzielle Zukunft aktiv gestalten und langfristig Vermögen aufbauen möchten. Nach eigenen Angaben wurden bereits mehr als 5.000 Kundinnen begleitet.

 
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Der Ansatz kombiniert Wissensvermittlung, persönliche Analyse der finanziellen Situation und eine individuell entwickelte Anlagestrategie. Finanzplanung wird nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit Lebensphasen, Erwerbsbiografien und persönlichen Zielsetzungen. Themen wie Einkommensunterbrechungen, Teilzeit, Familienplanung oder der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit fließen systematisch in die Beratung ein. Gleichzeitig verbindet das Konzept von Investforwomen Beratung mit Finanzbildung und übersetzt komplexe Finanzthemen in verständliche Inhalte.

Das Team vereint unterschiedliche fachliche Hintergründe, darunter Erfahrungen aus Banken, Fondsmanagement, Versicherungen, Steuerberatung, Sozialarbeit, Immobilienmanagement sowie Kundenservice und Rechtsberatung. Ergänzend spielt die Arbeit an finanziellen Glaubenssätzen eine Rolle, da Unsicherheit und fehlendes Selbstvertrauen bei Geldentscheidungen nach Unternehmensangaben häufige Ausgangspunkte sind.

Vor diesem Hintergrund spricht Gründerin und Geschäftsführerin Jenny Walter über Qualitätsunterschiede im Markt, über strukturelle Herausforderungen für Frauen in der Finanzwelt und darüber, weshalb aus ihrer Sicht zu viele Frauen an ungeeignete Finanzcoachings geraten.

Unser Interview mit Jenny Walter von Investforwomen

Sie sagen, es seien bereits zu viele Frauen an schlechte Finanzcoachings verloren gegangen. Welche konkreten Erfahrungen oder Rückmeldungen von Kundinnen haben Sie zu dieser Einschätzung geführt?

Unsere Einschätzung beruht auf den Erfahrungen, die wir in Beratungsgesprächen sammeln. Viele Frauen berichten, dass sie zuvor teure oder unstrukturierte Finanzcoachings genutzt haben, bei denen sie sich überfordert, nicht ernst genommen oder nur oberflächlich beraten fühlten. Häufig fehlte eine ganzheitliche Perspektive, die ihre Lebenssituation, Einkommensentwicklung und individuellen Ziele berücksichtigt.

Ein besonders prägnantes Beispiel ist eine Kundin, die ein sehr renommiertes Finanzcoaching durchlaufen hatte. Sie verfügte danach über viel Wissen zu ETFs und Sparplänen, startete aber praktisch nicht mit der Umsetzung. Sie brauchte jemanden, der den Plan gemeinsam mit ihr aufsetzt und begleitet. Seitdem arbeitet sie seit vier Jahren mit uns zusammen, hat ein solides Depot aufgebaut, eine gut aufgestellte Altersvorsorge und eine Ansprechpartnerin, die sie kontinuierlich unterstützt.

Solche Rückmeldungen bestätigen uns, dass klassische Angebote oft zwar Wissen vermitteln, aber keine echte Sicherheit und keine Umsetzungskompetenz bieten. Genau diese Lücke schließen wir mit unserem Konzept, das Fachwissen, praktische Umsetzung und persönliche Begleitung konsequent miteinander verbindet, sodass Frauen nicht nur informiert, sondern auch handlungsfähig werden und langfristig finanziell unabhängig aufgestellt sind.

Woran erkennen Sie strukturell, dass ein Finanzcoaching nicht nachhaltig arbeitet – etwa im Hinblick auf Transparenz, Qualifikation oder Produktauswahl?

Strukturell erkennen wir ein nicht nachhaltiges Finanzcoaching vor allem daran, dass es zu allgemein und oberflächlich bleibt. Viele Coachings vermitteln zwar Fachwissen, beispielsweise zu ETFs, Investments oder Altersvorsorge, behandeln aber alle Teilnehmerinnen gleich, etwa in Gruppencalls oder standardisierten Trainings, ohne konkrete, individuell zugeschnittene Empfehlungen zu geben. Die persönliche Situation der Frau, ihre Lebensphase, Einkommensverläufe sowie steuerliche Rahmenbedingungen werden dabei häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Dadurch fehlt eine echte Umsetzungskompetenz. Die Teilnehmerinnen wissen zwar theoretisch, was möglich ist, erhalten aber keine klare Handlungsanleitung, wie sie die Informationen konkret und strategisch für sich nutzen können.

Ein weiteres strukturelles Problem liegt darin, dass zwar Wissen vermittelt wird, aber keine personalisierte Strategieplanung erfolgt. Standardlösungen führen dazu, dass zwar alle etwas lernen, jedoch nicht jede Frau gleichermaßen profitiert. Fehlen Bausteine wie Individualisierung, konkrete Handlungsschritte und kontinuierliche Begleitung, bleibt das Coaching kurzfristig informativ,  unterstützt jedoch nicht den nachhaltigen Vermögensaufbau und die langfristige finanzielle Selbstständigkeit der Teilnehmerinnen.

Ihr Beratungsmodell ist für Kundinnen kostenfrei und provisionsbasiert finanziert. Wie stellen Sie sicher, dass diese Struktur nachvollziehbar bleibt und keine Interessenkonflikte entstehen?

Transparenz und klare Prozesse sind für uns zentral. Wir legen offen, dass unser Modell provisionsbasiert ist, erklären, wie Einnahmen entstehen und welche Partner beteiligt sind. Gleichzeitig prüfen wir individuell, wo das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für unsere Kundinnen liegt, sodass jede Empfehlung auf Unabhängigkeit, Mehrwert und Passgenauigkeit kontrolliert wird. Produkte werden nicht bevorzugt, nur weil sie Provision generieren. So vermeiden wir Interessenkonflikte und gewährleisten, dass Kundinnen nachvollziehen können, wie unsere Vergütung funktioniert, während ihre individuellen Ziele stets im Mittelpunkt stehen.

Investforwomen gehört zu den sichtbaren Anbietern im Bereich Investmentberatung für Frauen. Welche qualitativen oder quantitativen Kriterien sind für Sie entscheidend, um diesen Anspruch zu untermauern?

Unsere Einordnung als spezialisierter und sichtbarer Anbieter mit einer hohen Reichweite basiert sowohl auf quantitativen als auch qualitativen Kriterien. Quantitativ zeigt sich dies an der Reichweite unserer Community mit über 150.000 Followerinnen, der Zahl der betreuten Kundinnen und der erfolgreichen Umsetzung individueller Finanzstrategien. Qualitativ messen wir uns an der Zufriedenheit und dem Feedback unserer Kundinnen. Wir erhalten regelmäßig Rückmeldungen, dass unsere Beratung zu mehr Klarheit, Sicherheit und langfristiger Finanzkompetenz führt. Marktführerschaft bedeutet für uns also nicht nur Reichweite, sondern vor allem die nachweisbare Wirkung unserer Beratung auf die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen.

Ihr Team vereint Expertise aus Banken, Fondsmanagement, Versicherungen, Steuerberatung, Sozialarbeit, Immobilienmanagement sowie Rechts- und Kundenservice. Wie greifen diese Kompetenzen im Beratungsalltag konkret ineinander?

Entscheidend ist für uns, dass die vielfältigen Expertisen nicht isoliert bleiben, sondern strukturiert ineinandergreifen. Erfahrungen aus Banken, Fondsmanagement, Versicherungen, Steuerberatung, Sozialarbeit, Immobilienmanagement sowie Rechts- und Kundenservice fließen gezielt in jeden Beratungsprozess ein. Gemeinsam analysieren wir die finanzielle Situation und Bedürfnisse der Kundin, entwickeln darauf basierende Strategien und prüfen jede Empfehlung auf Praxistauglichkeit, Verständlichkeit und Mehrwert. So entsteht eine ganzheitliche Finanzplanung, die Lebensphasen, Einkommensentwicklung und individuelle Ziele berücksichtigt, statt Fachwissen nur nebeneinanderzustellen.

Viele Frauen bringen Unsicherheiten oder negative Glaubenssätze in Bezug auf Geld mit. Wie integrieren Sie Mindset-Arbeit in eine fachlich fundierte Finanzstrategie, ohne die inhaltliche Tiefe zu vernachlässigen?

Mindset-Arbeit ist bei uns integraler Bestandteil jeder Beratung, weil finanzielle Entscheidungen stark von persönlichen Überzeugungen, Ängsten oder negativen Glaubenssätzen beeinflusst werden. Wir beginnen damit, diese Haltungen gemeinsam mit der Kundin sichtbar zu machen, etwa durch Reflexion von bisherigen Spar- und Investmenterfahrungen oder durch gezielte Fragen zu Zielen und Prioritäten. Anschließend verbinden wir die gewonnenen Erkenntnisse direkt mit der fachlich fundierten Finanzplanung. Anlageentscheidungen, Vorsorge und Budgetstrategien werden so konzipiert, dass sie zu den individuellen Überzeugungen und Komfortzonen passen, gleichzeitig aber langfristige Renditechancen nicht vernachlässigen. Auf diese Weise schaffen wir ein Fundament, auf dem strategische Investments nachhaltiger wirken, weil die Kundin ihre Entscheidungen bewusst trifft und sich selbst sicher fühlt. Mindset und Fachwissen wirken hier Hand in Hand.

Sie beraten Frauen in sehr unterschiedlichen Lebensphasen, das zeigen auch die Erfahrungsberichte. Wie unterscheiden sich die strategischen Schwerpunkte beispielsweise beim Berufseinstieg im Vergleich zur Phase der Familiengründung oder des Wiedereinstiegs?

Die strategischen Schwerpunkte richten sich stark nach der Lebensphase und den individuellen Zielen der Kundin. Beim Berufseinstieg liegt der Fokus auf dem Aufbau einer soliden finanziellen Basis: Rücklagen bilden, Schulden abbauen, erste Investments wie ETF-Sparpläne einrichten und langfristige Altersvorsorge planen. Während der Familiengründung verschiebt sich der Schwerpunkt auf höhere Rücklagen, maximale Flexibilität für veränderte Einkommensverhältnisse, zum Beispiel durch Teilzeit oder Elternzeit, und häufig auch auf zusätzliche Ziele wie ein Eigenheim. Der Fokus liegt dabei weniger auf reinem Vermögensaufbau, sondern auf einer sicheren und anpassungsfähigen finanziellen Struktur. Beim Wiedereinstieg in den Beruf stehen Anpassungen bestehender Investments, Sparpläne und Vorsorge im Vordergrund, sodass Einkommensänderungen optimal für den langfristigen Vermögensaufbau genutzt werden können. So stellen wir sicher, dass jede Strategie nicht nur das Vermögen, sondern die konkrete Lebenssituation der Kundin berücksichtigt.

Wie hat sich die Rendite Ihrer Anlagestrategie in den letzten Jahren entwickelt und welche Maßnahmen stellen sicher, dass die Performance weiterhin solide bleibt?

Unsere Strategie zielt auf langfristigen, nachhaltigen Vermögensaufbau ab, nicht auf kurzfristige Spitzenrenditen. Über die letzten Jahre hat sich die Performance unserer Ansätze im Rahmen der jeweiligen Marktbedingungen gut entwickelt, wobei wir durchschnittlich stabile Ergebnisse erzielt haben. Entscheidend für die fortlaufend solide Performance sind breit gestreute Investments, regelmäßige Anpassung an die individuelle Lebenssituation, kontinuierliches Sparen und strategische Diversifikation. So gleichen wir Schwankungen aus und stellen sicher, dass Renditepotenzial und Risiko in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, ohne auf kurzfristige Spekulationen angewiesen zu sein.

Welche wiederkehrenden finanziellen Ausgangssituationen begegnen Ihnen bei den bislang mehr als 3.000 beratenen Frauen besonders häufig?

Bei den bislang mehr als 3.000 beratenen Frauen begegnen uns immer wieder ähnliche Ausgangssituationen, die sich besonders häufig bei Frauen Ende 20 bis Mitte 30 zeigen. Diese Frauen stehen mitten im Leben, haben bereits erste Rücklagen gebildet, verdienen durchschnittlich etwa 2.500?Euro netto und verfügen über eine gute Ausbildung. Oft ist der nächste logische Schritt, endlich systematisch fürs Alter vorzusorgen, um langfristige finanzielle Sicherheit zu schaffen. Dabei geht es nicht nur um das Ansparen an sich, sondern um das Aufbauen einer klaren Struktur, feste Rücklagen und einen umfassenden Überblick über Einnahmen, Ausgaben und Investitionsmöglichkeiten. Ein typisches mittelfristiges Ziel, das sich daraus ableitet, ist der Erwerb einer eigenen Immobilie. In der Beratung entwickeln wir daher Strategien, die sowohl die kurzfristige Sicherheit gewährleisten als auch langfristige Ziele wie Altersvorsorge und Immobilienbesitz planbar machen, sodass unsere Kundinnen ein Gefühl von Kontrolle und finanzieller Selbstständigkeit gewinnen.

Wie berücksichtigen Sie Faktoren wie Einkommenslücken, Teilzeitphasen oder längere Erwerbsunterbrechungen in der strategischen Finanzplanung?

Einkommenslücken, Teilzeitphasen oder längere Erwerbsunterbrechungen integrieren wir systematisch in die Finanzplanung, indem wir die gesamte Lebensplanung der Kundin betrachten. Wir analysieren vorhandenes Vermögen, laufende Einnahmen und erwartete Veränderungen im Einkommen, um Sparraten, Investments und Altersvorsorge flexibel anzupassen. Gleichzeitig motivieren wir Frauen in einfacheren Lebensphasen dazu, etwas mehr zu investieren, um später bei Teilzeit oder Arbeitspausen die Einzahlungen reduzieren zu können. So entsteht eine durchschnittlich sinnvolle Einzahlung über die Jahre, die es ermöglicht, maximal vom Zinseszinseffekt zu profitieren, weil das bereits investierte Kapital kontinuierlich arbeitet. Ziel ist es, dass Strategien resilient bleiben und die Kundin ihre langfristigen finanziellen Ziele erreicht, sei es Eigenkapitalaufbau, Altersvorsorge oder finanzielle Unabhängigkeit.

Ein zentrales Ziel Ihrer Arbeit ist finanzielle Unabhängigkeit. Wie definieren Sie diesen Begriff konkret im Beratungskontext?

Für uns bedeutet finanzielle Unabhängigkeit, dass unsere Kundinnen selbstbestimmt und unabhängig von Partner:innen, Arbeitgeber:innen oder äußeren Umständen über ihr Geld verfügen können. Im Beratungskontext heißt das, dass wir jede Kundin individuell begleiten. Wir analysieren Einkommensquellen, berücksichtigen mögliche Einkommenslücken oder Teilzeitphasen, bauen Notfallreserven auf und entwickeln Strategien für Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Ziel ist es, dass unsere Kundinnen alle finanziellen Entscheidungen, von Konsum über Investitionen bis zu Lebensplanung, bewusst und sicher treffen können, ohne durch fehlendes Wissen oder externe Abhängigkeiten eingeschränkt zu sein. Finanzielle Unabhängigkeit zeigt sich bei uns konkret im Alltag. Kundinnen treffen eigenständig Investmententscheidungen, fühlen sich sicher im Umgang mit Geldthemen und berichten, dass sie langfristige Ziele wie Wohneigentum, Altersvorsorge oder größere Anschaffungen aktiv planen und umsetzen können.

Woran erkennen Sie im Rückblick, dass eine Beratung nicht nur kurzfristig wirkt, sondern langfristig zu mehr Selbstständigkeit in Finanzfragen geführt hat?

Wir erkennen den langfristigen Erfolg einer Beratung daran, dass unsere Kundinnen nicht nur kurzfristig Entscheidungen treffen, sondern ein dauerhaftes Verständnis für Finanzthemen entwickeln. Konkret zeigt sich das daran, dass sie selbstständig Budgets planen, Investmententscheidungen treffen und strategische Anpassungen bei Einkommensänderungen oder Lebensphasen vornehmen. Rückmeldungen, Follow-ups und wiederholte Beratungsgespräche geben uns zusätzlich Einblick, ob unsere Empfehlungen nachhaltig umgesetzt werden.

Unsere Kundinnen berichten, dass sie Risiken eigenständig einschätzen, Spar- und Anlageziele aktiv verfolgen und zunehmend sicher in Gesprächen über Geld und Finanzplanung agieren. Darüber hinaus beobachten wir, dass Frauen mutiger werden, höhere Gehälter zu verhandeln, ihre Karriere aktiv voranzutreiben oder sogar mit eigenen Investmentprojekten und Firmen auf uns zukommen. Langfristig wirkt die Beratung also nicht nur auf das Vermögen, sondern stärkt das finanzielle Selbstbewusstsein, die Handlungsfähigkeit und die Eigeninitiative unserer Kundinnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Walter!