Firmeninsolvenzen, Anträge

Firmeninsolvenzen: 6.275 Anträge im Q1 – März mit höchstem Stand seit 8 Jahren

12.06.2026 - 14:10:32 | boerse-global.de

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt im ersten Quartal 2026 um 6,5 Prozent. Besonders Logistik und Gastronomie sind betroffen.

Firmenpleiten im ersten Quartal 2026: Starker Anstieg im März
Firmeninsolvenzen - Eine leere, dĂĽster beleuchtete Fabrikhalle mit einer kaputten Maschine im Vordergrund, die wirtschaftliche Not symbolisiert. 12.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Besonders der März fällt mit einem Plus von 15,8 Prozent aus dem Rahmen.

Insgesamt beantragten 6.275 Unternehmen ein Insolvenzverfahren. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt.

Logistik und Gastronomie am härtesten getroffen

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Die Insolvenzquoten unterscheiden sich stark nach Branche. Im Verkehrs- und Logistiksektor gab es 32,1 Fälle pro 10.000 Unternehmen. Das Gastgewerbe folgt mit 30,3, das Baugewerbe mit 26,7 Fällen.

Der Durchschnitt liegt bei 17,7 Insolvenzen je 10.000 Firmen.

Die Gläubigerforderungen summierten sich auf 9,3 Milliarden Euro – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 19,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Dennoch erreichte die absolute Zahl der Anträge im März mit 2.308 Fällen den höchsten Stand seit acht Jahren.

Auch Privatleute sind betroffen

Verbraucherinsolvenzen steigen ebenfalls. Im März 2026 wurden 7.462 Fälle registriert – ein Plus von 18,9 Prozent. Im gesamten ersten Quartal waren es 19.679 Fälle, 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr.

Regionale Daten aus Rheinland-Pfalz bestätigen den Trend. Dort stiegen die Firmenpleiten um 4 Prozent auf 263 Fälle. Das Baugewerbe war mit 50 Anträgen der stärkste betroffene Sektor.

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Experten erwarten keine schnelle Besserung

Volker Treier, Chefanalyst der DIHK, spricht von einem „Warnschuss für die Bundesregierung“. Auch Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch rechnet mit weiter steigenden Insolvenzzahlen im Jahresverlauf.

Analysten von EY Parthenon sehen besonders im Automobil- und Maschinenbau groĂźen Restrukturierungsbedarf. Der Austritt eigentlich gesunder Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe gilt als alarmierendes Signal.

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