Geld, Interesse

Wenig Geld und Interesse fĂŒr Fluchtkrisen in Afrika

03.06.2025 - 06:25:43

Fluchtkrisen in Afrika schneiden bei medialer Aufmerksamkeit, Hilfsgeldern und politischem Engagement besonders schlecht ab.

Kamerun ist der traurige Spitzenreiter im Bericht der Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC), die unter 34 Krisen weltweit mit Millionen Vertriebenen jÀhrlich die am stÀrksten vernachlÀssigten LÀnder ermittelte.

Bis auf zwei LĂ€nder liegen die Top Ten 2024 alle in Afrika: Kamerun, Äthiopien, Mosambik, Burkina Faso, Mali, Uganda, Iran, Demokratische Republik Kongo, Honduras und Somalia. WĂ€hrend zum Beispiel Mosambik neu auf der Liste ist, halten sich andere LĂ€nder wie der Kongo seit Jahren im Ranking. NRC kritisiert, dass es trotz des Leidens von Millionen keine ausreichenden internationalen Anstrengungen gebe, die Konflikte zu befrieden oder die Not zu lindern.

Fehlende Berichterstattung, fehlendes Geld und fehlender Wille

So sind von Kameruns rund 29 Millionen Einwohnern mehr als 1,1 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, zudem rund eine halbe Million weiterer Menschen aus verschiedenen NachbarlÀndern. NRC zitiert eine Auswertung, wonach die Vertreibungskrise in Kamerun 2024 in 28.800 Artikeln auf Englisch, Spanisch, Französisch und Arabisch erwÀhnt worden sei. Der Krieg in der Ukraine sei dagegen in 451.000 Artikeln angesprochen worden.

Politisch habe der Kamerun keinerlei Aufmerksamkeit erhalten, auch von den benötigten Geldern seien nur 45 Prozent bereitgestellt worden. Weltweit fehlte demnach 2024 mehr als die HĂ€lfte - rund 22 Milliarden Euro - der nötigen Summe fĂŒr die humanitĂ€re Hilfe. Dies sei nur ein Prozent der MilitĂ€rausgaben.

"Die internationale SolidaritĂ€t wird in ehemals großzĂŒgigen GeberlĂ€ndern zunehmend von nach innen gerichteter und nationalistischer Politik verdrĂ€ngt", kritisiert NRC-GeneralsekretĂ€r Jan Egeland. "Von der neuen Bundesregierung erwarten wir vor diesem Hintergrund, dass Deutschland ein verlĂ€sslicher humanitĂ€rer und entwicklungspolitischer Partner bleibt und seiner globalen Verantwortung gerecht wird", fĂŒgte die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin von NRC Deutschland, Maike Röttger, hinzu.

@ dpa.de