GeschÀftsjahr, Rentenbank

GeschÀftsjahr 2023 der Rentenbank: NeugeschÀft gesunken, Betriebsergebnis deutlich gestiegen

30.01.2024 - 13:10:27

Frankfurt am Main - Die Landwirtschaftliche Rentenbank blickt auf ein herausforderndes GeschĂ€ftsjahr 2023 zurĂŒck. Das FörderneugeschĂ€ft sank ĂŒber alle Bereiche um 13,6 % auf 5,9 Mrd. Euro (2022: 6,9 Mrd. Euro). Den stĂ€rksten RĂŒckgang verzeichneten die Sparten "Landwirtschaft" und "Erneuerbare Energien". DĂ€mpfer waren hier insbesondere ausbleibende Investitionen in WirtschaftsgebĂ€ude und Maschinen sowie die sinkende Nachfrage nach Windkraftfinanzierungen. Gleichzeitig wuchs das NeugeschĂ€ft in der Sparte "LĂ€ndliche Entwicklung" aufgrund der hohen Nachfrage der Landesförderinstitute nach Globaldarlehen der Rentenbank erneut. Zur Refinanzierung ihres FördergeschĂ€fts nahm die Rentenbank rund 10,5 Mrd. Euro (2022: 11,8 Mrd. Euro) mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel auf. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung erreichte 197,3 Mio. Euro und lag damit deutlich ĂŒber dem Vorjahr (157,8 Mio. Euro), was vor allem auf das gestiegene Zinsniveau und den hieraus resultierenden höheren ZinsĂŒberschuss zurĂŒckzufĂŒhren ist. Die Kapitalquoten verblieben nahezu auf Vorjahresniveau.

Den grĂ¶ĂŸten Anteil am FörderneugeschĂ€ft mit Programmkrediten hatte im Jahr 2023 die Sparte "LĂ€ndliche Entwicklung". Das NeugeschĂ€ft stieg hier um 33,8 % auf 2,7 Mrd. Euro (2022: 2,1 Mrd. Euro). Wichtigster Grund dafĂŒr ist, dass die Landesförderinstitute deutlich mehr Globaldarlehen der Rentenbank nachfragten. Sie finanzieren damit insbesondere kommunale Infrastrukturmaßnahmen im lĂ€ndlichen Raum. Dazu zĂ€hlen beispielsweise der öffentliche Nahverkehr, GebĂ€ude (Verwaltung, Schulen) sowie abfall- und wasserwirtschaftliche Maßnahmen. Das NeugeschĂ€ft in der Fördersparte "Landwirtschaft" ging um 21,1 % auf 1,6 Mrd. Euro (2022: 2,0 Mrd. Euro) deutlich zurĂŒck. Der RĂŒckgang betrifft alle Bereiche der Fördersparte, besonders jedoch die Investitionen in WirtschaftsgebĂ€ude und Maschinen. Das NeugeschĂ€ft bei den "Erneuerbaren Energien" sank vor allem aufgrund von Vorzieheffekten im Vorjahr um 46 % auf 850 Mio. Euro (2022: 1,6 Mrd. Euro).

"Die Stimmung in der Landwirtschaft ist nicht gut. Wie die aktuellen Ergebnisse des Konjunkturbarometers Agrar belegen, sind viele Landwirtinnen und Landwirte aufgrund fehlender politischer Rahmenbedingungen verunsichert. Investitionen werden deshalb zurĂŒckgehalten. Das spiegelt sich in unserem FördergeschĂ€ft wider. Zugleich bleibt unser FördergeschĂ€ft eine wichtige SĂ€ule fĂŒr die grĂŒne Branche", sagt Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. "Der Anpassungsdruck in der Landwirtschaft ist groß, die Betriebe mĂŒssten eigentlich gerade jetzt krĂ€ftig in Nachhaltigkeit und Digitalisierung investieren. Mit unserem Programm 'Zukunftsfelder im Fokus' unterstĂŒtzen wir sie dabei", so Nikola Steinbock weiter. Die Rentenbank hat dieses Programm im vergangenen Jahr noch einmal um zwei Zukunftsfelder auf nunmehr sechs erweitert. ZusĂ€tzlich gefördert werden effiziente BewĂ€sserungssysteme und Speicherbecken sowie die SelbststĂ€ndigkeit und ExistenzgrĂŒndung von Hofnachfolgerinnen und GrĂŒnderinnen in der Land- und Forstwirtschaft.

Euro wichtigste EmissionswÀhrung

Zur Refinanzierung ihres FördergeschÀfts nahm die Rentenbank im GeschÀftsjahr 2023 rund 10,5 Mrd. Euro (2022: 11,8 Mrd. Euro) mittel- und langfristige Kapitalmarktmittel auf. Die wichtigste EmissionswÀhrung war weiterhin der Euro mit einem Anteil von 66 % (2022: 65 %). Deutlich gestiegen ist zugleich der Anteil des US-Dollar auf 27 % (2022: 19 %) und des Australischen Dollar auf 7% (2022: 4 %). Mit einem Anteil von 57 % (2022: 62 %) blieben GeschÀftsbanken die wichtigste Investorengruppe. Bei Zentralbanken platzierte die Rentenbank 30 % (2022: 22 %) ihrer Anleihen.

Betriebsergebnis gestiegen

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge und Bewertung erreichte 197,3 Mio. Euro (2022: 157,8 Mio. Euro). Der ZinsĂŒberschuss stieg aufgrund des höheren Zinsniveaus auf 309,9 Mio. Euro (2022: 268,8 Mio. Euro). Gleichzeitig erhöhten sich die Verwaltungsaufwendungen gegenĂŒber dem Vorjahr nur geringfĂŒgig um 1,1 Mio. Euro auf 113,6 Mio. Euro (2022: 112,5 Mio. Euro). UrsĂ€chlich hierfĂŒr waren vor allem höhere Sachaufwendungen (+10,2 Mio. Euro), im Wesentlichen fĂŒr IT-Investitionen (+8,0 Mio. Euro). Auf der anderen Seite gingen die Personalkosten aufgrund geringerer Aufwendungen fĂŒr Altersvorsorge im Vergleich zum Vorjahr (-8,6 Mio. Euro) zurĂŒck. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich damit auf 35,6 % (2022: 36,7 %).

Kapitalquoten nahezu unverÀndert

Zum Jahresultimo 2023 blieben die auf Basis der EU-Bankenverordnung (CRR) ermittelten Kapitalquoten der Rentenbank gegenĂŒber dem Vorjahr auf nahezu unverĂ€ndertem Niveau. Die harte Kernkapitalquote lag bei 31,3 % (2022: 31,7 %) und die Leverage Ratio bei 10,3 % (2022: 10,4 %). Die Kapitalquoten liegen damit deutlich ĂŒber den fĂŒr die Rentenbank geltenden aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen.

Das Fazit des CFO, Dr. Marc Kaninke, zum Ergebnis und zur Bilanzstruktur lautet: "Wir können fĂŒr das abgelaufene GeschĂ€ftsjahr 2023 auf eine sehr positive Ergebnisentwicklung blicken. Unsere ErtrĂ€ge profitieren vom gestiegenen Zinsniveau, gleichzeitig fallen die Kosten in erwarteter Höhe aus. Die Herausforderungen, die das Marktumfeld und die Regulatorik an uns stellt, können wir weiterhin komfortabel bewĂ€ltigen."

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