ROUNDUP, Bundesbank

Bundesbank sieht schwache Hoffnungsschimmer fĂŒr Konjunktur

24.02.2025 - 12:28:37

FRANKFURT - Eine neue Bundesregierung startet nach EinschÀtzung der Bundesbank in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld.

(Neu: Ifo-GeschÀftsklima)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Eine neue Bundesregierung startet nach EinschĂ€tzung der Bundesbank in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld. Zwar deute einiges darauf hin, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal dieses Jahres geringfĂŒgig wachsen könnte, schreiben die Bundesbank-Experten in ihrem Bericht fĂŒr den Monat Februar. Gleichzeitig stellen sie fest: "In der Grundtendenz bleibt die deutsche Wirtschaft nach wie vor in der Stagnation gefangen."

TatsĂ€chlich schĂ€tzen die Unternehmen ihre aktuelle GeschĂ€ftslage weiterhin skeptisch ein. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima verharrt im Februar auf 85,2 Punkten, wie das Ifo-Institut mitteilt. Volkswirte hatten einen leichten Anstieg erwartet. Damit bleibt das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer auf einem langfristig niedrigen Niveau. Die rund 9.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen blicken zwar etwas optimistischer auf die kĂŒnftigen GeschĂ€fte, der Indexwert ist hier etwas gestiegen. Die aktuelle GeschĂ€ftslage wurde dagegen schlechter eingeschĂ€tzt. "Die Unternehmen waren etwas unzufriedener mit den laufenden GeschĂ€ften", kommentiert Ifo-PrĂ€sident Clemens Fuest.

Vorzieheffekte beim Export

Ein Grund fĂŒr die leicht positive Erwartung der Bundesbank zum Jahresbeginn ist die zuletzt etwas stĂ€rkere Nachfrage nach Industrieprodukten und Bauleistungen. Auch der private Konsum könnte dank gestiegener Löhne etwas anziehen. Allerdings bleibe die Stimmung der Verbraucher auch angesichts leicht steigender Arbeitslosigkeit schlecht, sodass weiterhin stark gespart werden dĂŒrfte. "Etwas weniger ungĂŒnstig" könnte sich der Export entwickeln, weil angesichts der drohenden US-Zölle Vorzieheffekte zu erwarten seien.

Trumps Zölle als Risiko

Mittelfristig sieht die Notenbank den verschĂ€rften handelspolitischen Kurs der USA als Risiko fĂŒr Welthandel und globale Konjunktur. Gegenseitige Zusatzzölle könnten sich zu schwerwiegenden Handelskonflikten aufschaukeln, warnt die Analyse. Mehr noch: "Allein die erhöhte Unsicherheit könnte die globale Konjunktur bereits dĂ€mpfen."

Im vergangenen Jahr ist die deutsche Wirtschaftsleistung nach vorlĂ€ufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent geschrumpft. Somit war 2024 fĂŒr Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft das zweite Rezessionsjahr in Folge. FĂŒr das Schlussquartal 2024 haben die Statistiker errechnet, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um 0,2 Prozent zurĂŒckgegangen ist.

Spielraum fĂŒr zusĂ€tzliche Schulden

Aus Sicht der Bundesbank hat die kĂŒnftige Bundesregierung aber durchaus Spielraum fĂŒr zusĂ€tzliche Schulden. Handlungsbedarf gebe es bei der staatlichen Infrastruktur und der nachhaltigen Finanzierung der Verteidigungsausgaben. Zwar leiste die Schuldenbremse einen wichtigen Beitrag, um solide Staatsfinanzen abzusichern. "GrundsĂ€tzlich ist es jedoch gut vertretbar, bei einer niedrigen staatlichen Schuldenquote den Kreditrahmen der Schuldenbremse auch an verĂ€nderte Rahmenbedingungen anzupassen." Wichtig wĂ€re dabei eine fokussierte Verwaltung, die Entscheidungen zĂŒgig fĂ€llt und die Chancen der Digitalisierung besser nutzt.

@ dpa.de