Macron zu Staatsbesuch in Marokko eingetroffen
29.10.2024 - 05:54:53Zum Auftakt des dreitĂ€gigen Besuchs empfing der marokkanische König Mohammed VI. am Abend Macron zu GesprĂ€chen. Im Anschluss wurden Investitionsabkommen zwischen Unternehmen beider LĂ€nder unterzeichnet, wie der ĂlysĂ©epalast mitteilte. Dabei geht es unter anderem um den Ausbau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke und den Betrieb eines Containerhafens.
Mit dem Besuch will Frankreich ein neues Kapitel in der mitunter schwierigen Beziehung zu Marokko aufschlagen. Der ehemaligen Kolonialmacht wurde wiederholt Arroganz im Umgang mit dem nordafrikanischen Land vorgeworfen. VisabeschrĂ€nkungen fĂŒr Marokkanerinnen und Marokkaner fĂŒhrten zu einer zeitweisen diplomatischen Krise.
Frankreich sucht AnnÀherung
Als wichtiger Schritt der AnnĂ€herung gilt, dass Frankreich im Sommer Marokkos Anspruch ĂŒber das völkerrechtlich umstrittene Gebiet der Westsahara anerkannte und den von Marokko 2007 vorgeschlagenen Autonomieplan fĂŒr die Region unterstĂŒtzte. Die Westsahara war bis 1975 eine spanische Kolonie. Nach dem Abzug Spaniens annektierte Marokko mehrere Gebiete des Territoriums und kontrolliert seitdem weite Teile des dĂŒnn besiedelten, aber rohstoffreichen WĂŒstengebiets. Die Bewegung Frente Polisario strebt in der Westsahara nach einem unabhĂ€ngigen Staat.
FĂŒr Frankreich dĂŒrfte Marokko auch angesichts des eigenen Einflussverlustes in Westafrika ein zunehmend wichtiger strategischer Partner sein. Zudem sind die LĂ€nder historisch stark verbunden, zahlreiche Marokkaner leben in Frankreich, etliche französische Firmen sind in Marokko aktiv.

