Macron, Regierungssturz

Macron sucht nach Regierungssturz im Eiltempo Premier

06.12.2024 - 06:30:40 | dpa.de

Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron sucht nach dem Sturz der französischen Regierung mit Hochdruck nach einem neuen Premierminister.

Bereits in den kommenden Tagen will Macron einen neuen Regierungschef nominieren. "Wir können uns weder Spaltungen noch Stillstand leisten", sagte er in einer Ansprache an die Nation am Donnerstagabend.

In Berichten wird teils darĂŒber spekuliert, dass Macron gerne noch vor der feierlichen Wiedereröffnung von Notre-Dame mit zahlreichen internationalen Staatschefs am Samstag wieder mit einem Premier dastehen möchte. Erste GesprĂ€che fĂŒhrte der PrĂ€sident bereits.

Mit einer raschen Ernennung will Macron sich auch selbst aus der Schusslinie nehmen. Denn der Sturz der Mitte-Rechts-Regierung von Premier Michel Barnier durch ein Misstrauensvotum am Mittwochabend hat den Druck auf ihn merklich erhöht. Die Linkspartei La France Insoumise forderte Macrons RĂŒcktritt. Der Staatschef lehnte dies entschieden ab. Sein fĂŒnfjĂ€hriges Mandat werde er vollstĂ€ndig bis zu seinem Ende ausfĂŒhren, also bis 2027.

Stabile Regierung wegen politischer Pattsituation schwierig

Angesicht der drohenden wirtschaftlichen Probleme rief Macron als PrioritĂ€t der neuen Regierung aus, rasch einen Haushalt fĂŒr das kommende Jahr zu erarbeiten. ZunĂ€chst soll aber ein Sondergesetz folgen, das die Zeit ĂŒberbrĂŒckt, bis der Haushalt Anfang des Jahres steht. Wie viel Spielraum eine neue Regierung dabei fĂŒr die notwendigen Sparmaßnahmen hat, an denen Barniers Kabinett letztlich scheiterte, ist unklar.

Auch wie genau eine neue Regierung aussehen kann, ist ungewiss. Seit der vorgezogenen Parlamentswahl im vergangenen Sommer ist das politische KrĂ€fteverhĂ€ltnis in Paris kompliziert. Weder Macrons abgestrafte Mitte-KrĂ€fte, noch das linke Lager, noch die Rechtsnationalen um Marine Le Pen und deren verbĂŒndete haben ausreichend Sitze, um alleine regieren zu können.

Macron fordert Kompromissbereitschaft

Koalitionen waren im auf Konfrontationen ausgerichteten französischen Politikbetrieb eher unĂŒblich. Macron forderte nun aber erneut Kompromissbereitschaft. Es mĂŒsse eine neue Epoche beginnen. Der Premier solle eine "Regierung des allgemeinen Interesses" bilden. Die Abgeordneten der Nationalversammlung mĂŒssten zusammenarbeiten.

Macron brachte auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass die nÀchste Regierung stabiler sein könnte als Barniers Kabinett, das nach nicht einmal drei Monaten aus dem Amt getrieben wurde. Bis zum Ende seines Mandats gebe es noch 30 Monate. "30 Monate, damit die Regierung handeln kann."

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