Macron, Polen

Macron berĂ€t in Polen ĂŒber weitere UnterstĂŒtzung der Ukraine

11.12.2024 - 17:53:24

Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron will am Donnerstag in Warschau mit Polens MinisterprĂ€sident Donald Tusk ĂŒber die europĂ€ische UnterstĂŒtzung der Ukraine angesichts des Machtwechsels in den USA beraten.

Nach unbestĂ€tigten Medienberichten könnte es dabei auch um Überlegungen gehen, nach dem Krieg eine Friedenstruppe aus auslĂ€ndischen Soldaten in der Ukraine zu stationieren.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gibt es zwischen Vertretern mehrerer Nato-Staaten bereits seit Wochen vertrauliche GesprĂ€che darĂŒber, wie ein möglicher kĂŒnftiger Waffenstillstand in der Ukraine ĂŒberwacht werden könnte. FederfĂŒhrend dabei sind demnach Frankreich und Großbritannien.

Hintergrund ist das Szenario, dass Donald Trump als US-PrĂ€sident versuchen könnte, die Ukraine und Russland zu Verhandlungen zu drĂ€ngen. DafĂŒr könnte er zum Beispiel der Ukraine androhen, im Fall einer Weigerung die MilitĂ€rhilfe einzustellen. Dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin wiederum könnte er drohen, die MilitĂ€rhilfe fĂŒr Kiew noch einmal auszubauen, falls der Kremlchef sich Verhandlungen verweigern sollte.

Könnte sich Deutschland an einer Friedensmission beteiligen?

Wie stark die Bundesregierung in die GesprĂ€che involviert ist, war zuletzt unklar. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Nato-Kreisen sprach Außenministerin Annalena Baerbock das Thema einer möglichen internationalen PrĂ€senz nach einem Waffenstillstand in der Ukraine in der vergangenen Woche in einer Arbeitssitzung mit den anderen Außenministern der Nato-Staaten in BrĂŒssel an. Demnach machte sie dabei deutlich, dass sich im Fall der FĂ€lle die Frage einer Beteiligung auch fĂŒr Deutschland und alle anderen Nato-Partner stellen wĂŒrde.

Die neue EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hatte bereits Anfang des Monats gesagt, dass sie es fĂŒr denkbar hĂ€lt, dass europĂ€ische Soldaten einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine absichern. Die Soldaten dafĂŒr könnten ihren Angaben zufolge auch aus LĂ€ndern kommen, die sich bereits in der Vergangenheit offen fĂŒr GesprĂ€che ĂŒber eine Truppenentsendung geĂ€ußert hatten. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel Frankreich oder die baltischen Staaten.

40.000 Mann starke Friedenstruppe?

Wie das Nachrichtenmagazin "Politico" nun unter Verweis auf einen EU-Diplomaten und einen französischen Beamten berichtete, will Macron mit Tusk ĂŒber die mögliche Entsendung einer Friedenstruppe aus auslĂ€ndischen Truppen nach einem Ende des Kriegs sprechen. Die polnische Tageszeitung "Rzeczpospolita" zitierte einen Experten des Französischen Instituts fĂŒr Internationale Beziehungen (IFRI), wonach eine solche Mission aus fĂŒnf Brigaden mit insgesamt rund 40.000 Soldaten bestehen könnte - das Kommando ĂŒber eine davon könnte demnach Polen ĂŒbernehmen. In Paris allerdings gab es fĂŒr diese Angaben keine BestĂ€tigung.

Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz hatte am Dienstag gesagt: "Eine Entsendung polnischer Soldaten in die Ukraine kommt derzeit nicht infrage." Zwar tauche das Thema "in Veröffentlichungen auf", es gebe aber keine offizielle BestÀtigung der Absicht, europÀische Truppen in der Ukraine zu stationieren.

Macron hatte am Wochenende bereits in Paris mit Trump und dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj ĂŒber das Schicksal des von Russland angegriffenen Landes geredet. Trump forderte eine Waffenruhe in dem Konflikt und rief Kremlchef Putin direkt zum Handeln auf.

@ dpa.de