Macron: Freihandelsabkommen mit Mercosur ganz neu verhandeln
28.03.2024 - 07:35:48Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron hat dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EuropĂ€ischen Union und dem sĂŒdamerikanischen WirtschaftsbĂŒndnis Mercosur in seiner derzeitigen Form eine klare Absage erteilt. «So wie es jetzt vorliegt, ist es ein sehr schlechtes Abkommen. Dieser Vertrag wurde vor 20 Jahren ausgehandelt. Das ist nicht, was wir wollen», sagte er am Mittwoch (Ortszeit) bei einem Besuch in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole SĂŁo Paulo.
«Lasst uns ein neues, verantwortungsvolleres Abkommen aushandeln, das sich an unseren Zielen und der RealitĂ€t orientiert und das der Entwicklung, dem Klima und der biologischen Vielfalt Rechnung trĂ€gt.» Der brasilianische VizeprĂ€sident Geraldo Alckmin und Wirtschaftsminister Fernando Haddad hingegen hatten zuvor im Grundsatz fĂŒr das Freihandelsabkommen geworben.
Macron gehört in der EU zu den schĂ€rfsten Kritikern des Vertrags. Er bemĂ€ngelt vor allem, dass sich europĂ€ische Landwirte und Unternehmen an strenge Vorgaben zur Reduzierung der Kohlenstoffemissionen halten mĂŒssten, wĂ€hrend kĂŒnftig die Zölle auf Produkte aus SĂŒdamerika aufgehoben wĂŒrden, die nicht nach den gleichen Regeln hergestellt werden.
Mit dem Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur-BĂŒndnis mit seinen Mitgliedsstaaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay wĂŒrde eine der weltweit gröĂten Freihandelszonen mit mehr als 700 Millionen Einwohnern entstehen. Es soll vor allem Zölle abbauen und damit den Handel ankurbeln. Seit 2019 liegt das fertig ausgehandelte Abkommen allerdings auf Eis. Der Vertrag ist sowohl in SĂŒdamerika als auch in Europa umstritten. Einige LĂ€nder wollen ihre MĂ€rkte schĂŒtzen, andere fĂŒrchten die Aufweichung von Arbeits- und Umweltstandards.


