Unbereinigter Gender Pay Gap im vierten Jahr in Folge unverÀndert
18.01.2024 - 08:18:01Seit 2020 verharrt er bei 18 Prozent. Nach wie vor ist der unbereinigte "Gender Pay Gap" in Ostdeutschland deutlich kleiner als in Westdeutschland: In Ostdeutschland lag er im Jahr 2023 bei sieben Prozent, in Westdeutschland bei 19 Prozent (2006: Ostdeutschland: sechs Prozent, Westdeutschland: 24 Prozent). Frauen in Deutschland sind bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich rund 30 Jahre alt. Ab diesem Alter stagniert ihr durchschnittlicher Bruttostundenverdienst nahezu, wĂ€hrend er bei den MĂ€nnern mit zunehmendem Alter fast stetig ansteigt. Das könnte daran liegen, dass Frauen im Laufe ihres Erwerbslebens familienbedingt hĂ€ufiger ihre Karriere unterbrechen und in Teilzeit arbeiten. KarrieresprĂŒnge und Lohnerhöhungen werden fĂŒr Frauen somit seltener. Der unbereinigte "Gender Pay Gap" liegt bei den 30-JĂ€hrigen noch bei acht Prozent. Am höchsten fĂ€llt er bei BeschĂ€ftigten im Alter zwischen 57 und 61 Jahren mit 27 Prozent aus. Ausgehend vom unbereinigten "Gender Pay Gap" lassen sich den Statistikern zufolge rund 64 Prozent der VerdienstlĂŒcke durch die fĂŒr die Analyse zur VerfĂŒgung stehenden Merkmale erklĂ€ren. Demnach ist ein GroĂteil der VerdienstlĂŒcke darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Frauen hĂ€ufiger als MĂ€nner in Branchen, Berufen und Anforderungsniveaus arbeiten, in denen schlechter bezahlt wird. AuĂerdem sind sie hĂ€ufiger in Teilzeit oder geringfĂŒgig beschĂ€ftigt als MĂ€nner, was ebenfalls mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht. Die verbliebenen 36 Prozent des Verdienstunterschieds können nicht durch die im SchĂ€tzmodell verfĂŒgbaren Merkmale erklĂ€rt werden. Dieser unerklĂ€rte Teil entspricht dem "bereinigten Gender Pay Gap" von sechs Prozent. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer TĂ€tigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie im Berichtsjahr 2023 pro Stunde sechs Prozent weniger als ihre mĂ€nnlichen Kollegen (Westdeutschland: sechs Prozent, Ostdeutschland: sieben Prozent). Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Unterschiede noch geringer ausfallen wĂŒrden, wenn weitere Informationen ĂŒber lohnrelevante Einflussfaktoren fĂŒr die Analyse zur VerfĂŒgung stĂŒnden, etwa Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, Geburt von Kindern oder Pflege von Angehörigen, so die Statistiker. Der bereinigte "Gender Pay Gap" sei daher als "Obergrenze" fĂŒr Verdienstdiskriminierung zu verstehen.


