Gender-Pay-Gap, Frauen

Gender-Pay-Gap sinkt auf 16 Prozent

13.02.2025 - 08:16:30

Frauen haben im Jahr 2024 in Deutschland pro Stunde durchschnittlich 16 Prozent weniger verdient als MĂ€nner.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, erhielten Frauen mit 22,24 Euro einen um 4,10 Euro geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdienst als MĂ€nner (26,34 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr sank der sogenannte unbereinigte Gender-Pay-Gap um zwei Prozentpunkte. Das war der stĂ€rkste RĂŒckgang seit Beginn der Berechnungen im Jahr 2006.

Dabei ging er in den westlichen und östlichen BundeslĂ€ndern gleichermaßen um zwei Prozentpunkte zurĂŒck. Damit blieb der unbereinigte Verdienstabstand zwischen Frauen und MĂ€nnern im Osten weiterhin deutlich kleiner als im Westen: Im Osten lag er im Jahr 2024 bei fĂŒnf Prozent und im Westen bei 17 Prozent. Der RĂŒckgang ist vor allem auf die stĂ€rkere Entwicklung der Bruttomonatsverdienste von Frauen zurĂŒckzufĂŒhren. Im Jahr 2024 stiegen diese gegenĂŒber 2023 um rund acht Prozent von durchschnittlich 2.633 Euro auf 2.851 Euro. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von MĂ€nnern stieg schwĂ€cher um rund fĂŒnf Prozent von 3.873 Euro auf 4.078 Euro. Die durchschnittlichen monatlichen Arbeitszeiten von Frauen und MĂ€nnern erhöhten sich nur geringfĂŒgig. Sowohl Frauen als auch MĂ€nner arbeiteten im Jahr 2024 mit 122 beziehungsweise 149 Stunden im Durchschnitt etwa eine Stunde mehr pro Monat als im Jahr 2023. Ausgehend vom unbereinigten Gender-Pay-Gap lassen sich den Statistikern zufolge rund 63 Prozent der VerdienstlĂŒcke durch die fĂŒr die Analyse zur VerfĂŒgung stehenden Merkmale erklĂ€ren. In EurobetrĂ€gen sind das 2,58 Euro des Verdienstunterschieds von 4,10 Euro. Im Jahr 2023 waren noch 24 Prozent der VerdienstlĂŒcke (1,06 Euro) darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Frauen hĂ€ufiger in schlechter bezahlten Berufen und Branchen tĂ€tig sind. 2024 sank dieser Anteil auf 21 Prozent (0,87 Euro). Das könnte darauf hindeuten, dass Frauen inzwischen verstĂ€rkt in besser bezahlten Berufen und Branchen arbeiten. Ein weiterer Faktor, um den Verdienstunterschied zu erklĂ€ren, ist der BeschĂ€ftigungsumfang: Frauen sind hĂ€ufiger in Teilzeit beschĂ€ftigt, was in der Regel mit geringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht. Dies macht rund 19 Prozent des Verdienstunterschieds (0,79 Euro) aus. Etwa zwölf Prozent der VerdienstlĂŒcke (0,48 Euro) lassen sich durch das Anforderungsniveau des Berufs erklĂ€ren. Die verbleibenden 37 Prozent des Verdienstunterschieds (1,52 Euro von 4,10 Euro) können nicht durch die im SchĂ€tzmodell verfĂŒgbaren Merkmale erklĂ€rt werden, so das Bundesamt. Dieser unerklĂ€rte Teil entspricht dem bereinigten Gender-Pay-Gap von sechs Prozent. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch bei vergleichbarer TĂ€tigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie im Jahr 2024 pro Stunde sechs Prozent weniger als ihre mĂ€nnlichen Kollegen (westliche BundeslĂ€nder: sechs Prozent, östliche BundeslĂ€nder: acht Prozent). Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Unterschiede geringer ausfallen wĂŒrden, wenn weitere Informationen ĂŒber lohnrelevante Einflussfaktoren fĂŒr die Analyse zur VerfĂŒgung stĂŒnden, etwa Angaben zu Erwerbsunterbrechungen aufgrund von Schwangerschaft, der Geburt von Kindern oder der Pflege von Angehörigen, so die Statistiker weiter. Der bereinigte Gender-Pay-Gap sei daher als "Obergrenze" fĂŒr eine mögliche Verdienstdiskriminierung von Frauen zu verstehen.

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