Freiwilligendienste: DRK fordert 990 Euro Taschengeld ab 2027
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 22:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
FĂŒhrende WohlfahrtsverbĂ€nde verlangen eine deutliche Aufstockung der finanziellen EntschĂ€digung fĂŒr Bundesfreiwilligendienstler. Anlass ist das 15-jĂ€hrige Bestehen des BFD Ende Juni 2026.
â990 Euro pro Monatâ â DRK-PrĂ€sident macht Druck
DRK-PrĂ€sident Hermann Gröhe forderte Anfang Juli eine Anhebung des Taschengeldes auf den BAföG-Höchstsatz von monatlich 990 Euro. ZusĂ€tzlich soll es ein kostenloses Deutschlandticket fĂŒr die Teilnehmenden geben.
Derzeit kassieren Freiwillige im FSJ durchschnittlich rund 400 Euro pro Monat. Die gesetzliche Obergrenze liegt bei 680 Euro.
Auch die Caritas drĂ€ngte anlĂ€sslich des BFD-JubilĂ€ums am 30. Juni auf mehr VerlĂ€sslichkeit. Die VergĂŒtung mĂŒsse sich ebenfalls am BAföG-Satz orientieren.
34.376 Freiwillige â und groĂe Unterschiede
Zum 1. Juni 2026 waren bundesweit 34.376 Personen im Bundesfreiwilligendienst aktiv. Die Taschengeldobergrenze im BFD wurde bereits im Januar auf 676 Euro festgesetzt.
In der Praxis klaffen die BetrĂ€ge jedoch weit auseinander. Die Lebenshilfe Syke zahlt ĂŒber 640 Euro. Bei der Awo oder an Förderschulen im Kreis Soest gibt es nur 400 bis 440 Euro.
Die Delme-WerkstĂ€tten warnen: Ohne bessere Refinanzierung könnte eine deutliche Erhöhung zu weniger Stellen fĂŒhren.
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Neues Gesetz fĂŒr 2027 geplant
Die Bundesregierung hat fĂŒr den Sommer 2026 ein Bundesgesellschaftsdienstegesetz angekĂŒndigt. Ziel ist die Umsetzung zum 1. Januar 2027.
Die Finanzierung der Freiwilligendienste soll steigen: 2026 zunÀchst um 50 Millionen Euro, ab 2027 dann jÀhrlich um 80 Millionen Euro.
ver.di in Rheinland-Pfalz fordert zudem ein spezielles Ausbildungsgesetz fĂŒr Sozialberufe. Es solle Mindeststandards und eine angemessene VergĂŒtung festschreiben.
Berlin startet gĂŒnstiges Ticket fĂŒr Freiwillige
Eine Entlastung bei den Fahrtkosten gibt es ab dem 1. Juli in Berlin. Auszubildende und Freiwilligendienstler bekommen dort das Deutschlandticket fĂŒr 37,80 Euro monatlich. In Brandenburg startet das Angebot am 1. August â der Vorverkauf lĂ€uft bereits.
Auch Ehrenamt profitiert von SteuerÀnderungen
GroĂe regionale Unterschiede beim Taschengeld: WĂ€hrend einige Freiwillige ĂŒber 640 Euro erhalten, bekommen andere nur 400 Euro. Mit unserer Bundesland-Ăbersicht und dem Musterbrief fordern Sie den Ihnen zustehenden Betrag. Taschengeld-Check jetzt sichern
Parallel zu den Diskussionen ĂŒber die Freiwilligendienste treten steuerliche Neuerungen in Kraft. Der Ăbungsleiterfreibetrag wurde auf jĂ€hrlich 3.300 Euro angehoben.
In Mecklenburg-Vorpommern gelten rĂŒckwirkend zum 1. Januar 2026 höhere steuerfreie MindestbetrĂ€ge fĂŒr kommunale EhrenamtstrĂ€ger. Davon profitieren unter anderem BĂŒrgermeister kleinerer Gemeinden.
