Fresenius Medical Care, Hackerangriff

Fresenius Medical Care: Dialysekonzern von Hackern angegriffen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:48 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Fresenius Medical Care ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Nach Angaben des Dialysekonzerns blieben Patientenversorgung, Medizinprodukte, Produktion und laufender GeschÀftsbetrieb bislang unbeeintrÀchtigt.

Helen Giza, Chefin von Fresenius Medical Care, erlebte einen Hackerangriff auf das Unternehmen (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
Helen Giza, Chefin von Fresenius Medical Care, erlebte einen Hackerangriff auf das Unternehmen (Archivbild) - Bild: Boris Roessler/dpa

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care aus Bad Homburg ist Opfer eines Hackerangriffs geworden, bei dem Unbefugte auf eine begrenzte Zahl interner Systeme zugriffen.

Konzern untersucht Cybersicherheitsvorfall

Fresenius Medical Care teilte mit, das Unternehmen untersuche derzeit einen Cybersicherheitsvorfall. Der Zugriff habe sich auf eine begrenzte Anzahl interner Systeme erstreckt.

Nach Unternehmensangaben hatte der Vorfall keine Auswirkungen auf Medizinprodukte, die Patientenversorgung, die Produktion oder den laufenden GeschÀftsbetrieb.

Experten und Behörden eingeschaltet

Der Konzern habe umgehend Maßnahmen ergriffen, um die Situation einzudĂ€mmen und zu beheben. ZusĂ€tzlich seien fĂŒhrende Cybersicherheitsexperten hinzugezogen und die zustĂ€ndigen Strafverfolgungsbehörden informiert worden.

Weitere Einzelheiten nannte Fresenius Medical Care zunÀchst nicht. Offen blieb damit auch, wie hoch ein möglicher Schaden ist und ob Daten abgegriffen wurden.

Viele deutsche Unternehmen betroffen

Cyberangriffe treffen deutsche Unternehmen regelmĂ€ĂŸig. Im Sommer stahlen Unbekannte Daten von Kunden des Lidl-Onlineshops. Die Deutsche Bahn war im Februar von einem großangelegten Cyberangriff betroffen, der Folgen fĂŒr Buchungs- und Auskunftssysteme hatte.

Nach einer Befragung des Digitalverbands Bitkom unter rund 1.000 Unternehmen waren 96 Prozent innerhalb eines Jahres von Diebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuteten entsprechende VorfĂ€lle. Der jĂ€hrliche Gesamtschaden fĂŒr die deutsche Wirtschaft liegt demnach bei mindestens 211 Milliarden Euro.

Cyberangriffe als GeschÀftsrisiko

Der Angriff auf Fresenius Medical Care trifft einen Konzern, dessen Systeme fĂŒr Verwaltung, Forschung, Produktion und internationale GeschĂ€ftsablĂ€ufe von zentraler Bedeutung sind. Nach Unternehmensangaben blieben Medizinprodukte, Patientenversorgung, Produktion und laufender Betrieb unberĂŒhrt. Damit liegt der unmittelbare Schwerpunkt des Vorfalls zunĂ€chst auf internen Systemen.

FĂŒr die Bewertung eines solchen Angriffs ist entscheidend, ob Daten abgeflossen sind und ob sich der unbefugte Zugriff weiter ausbreiten konnte. Diese Fragen sind offen. Die Einschaltung externer Cybersicherheitsexperten und der Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass der Konzern den Vorfall sowohl technisch als auch strafrechtlich untersucht.

Gesundheitsbranche besonders sensibel

Angriffe auf Unternehmen des Gesundheitswesens können ĂŒber wirtschaftliche SchĂ€den hinaus erhebliche Folgen haben, weil sie sensible Patienten- und BeschĂ€ftigtendaten betreffen können. Auch wenn die Versorgung in diesem Fall nach Unternehmensangaben nicht beeintrĂ€chtigt ist, bleibt der Schutz solcher Informationen ein zentraler PrĂŒfpunkt.

Der Vorfall steht zugleich fĂŒr die wachsende Belastung deutscher Unternehmen durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage. Die in der dpa-Meldung genannte Bitkom-Erhebung mit einem jĂ€hrlichen Gesamtschaden von mindestens 211 Milliarden Euro verdeutlicht die GrĂ¶ĂŸenordnung. FĂŒr Patienten, BeschĂ€ftigte und GeschĂ€ftspartner wird nun vor allem relevant sein, ob FMC zu möglichen DatenabflĂŒssen und zum Abschluss der Untersuchung weitere Angaben macht.

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