Fresenius Medical Care von Hackerangriff betroffen
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 13:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care aus Bad Homburg ist Opfer eines Hackerangriffs geworden.
Begrenzte Zahl interner Systeme betroffen
Nach Angaben des Unternehmens kam es bei einem Cybersicherheitsvorfall zu einem unbefugten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner Systeme. FMC untersucht den Vorfall.
Auswirkungen auf Medizinprodukte, die Patientenversorgung, die Produktion oder den laufenden GeschÀftsbetrieb habe es nicht gegeben, teilte der Konzern mit.
Experten und Behörden eingeschaltet
Das Unternehmen habe umgehend MaĂnahmen ergriffen, um die Situation einzudĂ€mmen und zu beheben. Zudem seien fĂŒhrende Cybersicherheitsexperten hinzugezogen worden.
Die zustÀndigen Strafverfolgungsbehörden seien informiert. Der Schutz der Systeme und der PrivatsphÀre habe höchste PrioritÀt, erklÀrte FMC.
AusmaĂ des Schadens noch offen
Keine Angaben machte der Konzern zur möglichen Schadenshöhe. Auch blieb zunÀchst offen, ob Daten abgegriffen wurden.
Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen
Unternehmen in Deutschland werden immer wieder Ziel von Cyberattacken. Im Sommer stahlen Unbekannte Daten von Kunden des Lidl-Onlineshops. Die Deutsche Bahn war im Februar von einem groĂangelegten Cyberangriff betroffen, der Folgen fĂŒr Buchungs- und Auskunftssysteme hatte.
Nach einer Bitkom-Befragung unter rund 1.000 Unternehmen waren 96 Prozent binnen eines Jahres von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen oder vermuteten entsprechende VorfĂ€lle. Der jĂ€hrliche Gesamtschaden fĂŒr die deutsche Wirtschaft durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage liegt demnach bei mindestens 211 Milliarden Euro.
Cyberangriffe treffen kritische Branchen
Der Vorfall bei Fresenius Medical Care fĂ€llt in eine Phase, in der digitale Angriffe fĂŒr Unternehmen zu einem dauerhaften Betriebsrisiko geworden sind. Besonders sensibel ist das Gesundheitswesen: Dort verbinden sich wirtschaftlich wichtige AblĂ€ufe mit personenbezogenen und medizinischen Daten. Ein Zugriff auf interne Systeme kann deshalb auch dann erhebliche Folgen haben, wenn zunĂ€chst weder die Patientenversorgung noch Medizinprodukte betroffen sind.
FĂŒr FMC ist entscheidend, ob der unbefugte Zugriff auf einzelne Systeme begrenzt blieb oder ob Angreifer weitere Bereiche des Konzernnetzes erreichen konnten. Ebenso offen ist, ob Daten kopiert wurden. Die angekĂŒndigte Einbindung von Cybersicherheitsexperten und Strafverfolgungsbehörden deutet auf ein Vorgehen hin, das neben der technischen EindĂ€mmung auch die forensische AufklĂ€rung und mögliche Meldepflichten umfasst.
Warum der Fall ĂŒber den Konzern hinaus wichtig ist
Cyberangriffe können bei Gesundheitsunternehmen mehrere Ebenen berĂŒhren: die Vertraulichkeit von Patienten- und BeschĂ€ftigtendaten, die VerfĂŒgbarkeit digitaler ArbeitsablĂ€ufe und die LieferfĂ€higkeit von Produkten. Dass FMC nach eigenen Angaben keine Auswirkungen auf laufenden GeschĂ€ftsbetrieb, Produktion oder Versorgung feststellt, begrenzt die unmittelbare Belastung. Die weitere Bewertung hĂ€ngt jedoch davon ab, welche Systeme betroffen waren und ob sich der Befund im Zuge der Untersuchung verĂ€ndert.
FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger entsteht eine konkrete Bedeutung vor allem dann, wenn personenbezogene Daten abgegriffen wurden. Bis zu einer KlĂ€rung sind offizielle Informationen des Unternehmens maĂgeblich; unerwartete Nachrichten, Links oder AnhĂ€nge im Namen des Konzerns sollten besonders sorgfĂ€ltig geprĂŒft werden. Der Fall zeigt zugleich, dass ein Angriff nicht erst bei sichtbaren AusfĂ€llen zu einem sicherheits- und datenschutzrechtlich relevanten Ereignis wird.
