Pro-EuropÀer Nicusor Dan gewinnt PrÀsidentenwahl in RumÀnien
19.05.2025 - 06:35:04Am spĂ€ten Abend gratulierten der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron und dessen moldauische Kollegin Maia Sandu dem 55-JĂ€hrigen zum Wahlsieg. Dan hatte sich ĂŒberraschend gegen den Rechtspopulisten George Simion durchgesetzt.
Dan lag nach AuszÀhlung der Stimmen fast aller Wahllokale bei rund 54 Prozent, Simion bei rund 46 Prozent. Am spÀten Abend gestand Simion seine Niederlage nach langem Zögern ein.
Dan rief Tausenden jubelnden Fans vor dem Bukarester Rathaus zu: "Dieser Sieg gehört Euch." Die begeisterte Menge antwortete im Chor: "Russland, Russland, RumĂ€nien gehört nicht dir!" Dies bezog sich darauf, dass Dans Rivale Simion den Kremlfreund Calin Georgescu fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten hatte durchsetzen wollen. Dan amtiert derzeit noch als BĂŒrgermeister von Bukarest.
Dan warnt vor schweren Zeiten
Dan betonte am Wahlabend mehrfach, dass wegen des hohen Budgetdefizits und wegen einer voraussichtlich schwierigen Regierungsbildung viel Arbeit auf ihn zukomme. "Es wird eine schwierige Zeit sein, die notwendig ist, um die Wirtschaft (...) ins Gleichgewicht zu bringen, um die Grundlagen fĂŒr eine gesunde Gesellschaft zu schaffen. Bitte haben Sie dafĂŒr Geduld", sagte er.
Der sozialdemokratische MinisterprĂ€sident Marcel Ciolacu war am 5. Mai wegen der Niederlage seines Kandidaten in der ersten Runde der PrĂ€sidentenwahl vom 4. Mai zurĂŒckgetreten. Dan rief nun "alle pro-europĂ€ischen Parteien" im Parlament zur Kooperation auf. Allerdings haben drei extrem rechte Parteien zusammen mehr als ein Drittel der Sitze im Parlament, darunter die Partei AUR von Simion.
Simion gestand Niederlage ein
Der unterlegene Rechtspopulist Simion gestand erst nach langem Zögern ein, die Wahl verloren zu haben. Er gratulierte Dan in einer Videobotschaft bei Facebook und sprach dabei von seiner "bitteren Niederlage".
Weit vor dem Ende der AuszÀhlung hatte er sich noch zum Sieger erklÀrt. "Wir sind die klaren Gewinner dieser Wahl. Wir beanspruchen diesen Sieg im Namen des rumÀnischen Volkes", sagte Simion vor laufenden TV-Kameras vor seinen AnhÀngern in Bukarest. Vor den Wahlen hatte Simion den Behörden Versuche des Wahlbetrugs unterstellt, ohne Beweise vorzulegen.
Simion wollte Kremlfreund Georgescu zum Regierungschef ernennen
Simion bekrÀftigte am Wahlabend, dass er den rechtsextremen Kremlfreund Georgescu zum MinisterprÀsidenten nominieren wolle. Georgescu war im November 2024 bei der spÀter annullierten PrÀsidentenwahl auf Platz eins gekommen. Das Verfassungsgericht hatte diese Wahl wegen regelwidriger Wahlkampfmethoden und intransparenter Finanzierung annulliert und seine erneute Kandidatur verboten. Simion berief sich in seinem Wahlkampf auf seine guten Beziehungen zum nach wie vor in RumÀnien beliebten Georgescu.
GlĂŒckwĂŒnsche fĂŒr Dan aus Kiew, BrĂŒssel und Chisinau
Der ukrainische PrĂ€sident Selenskyj gratulierte Dan zu seinem "historischen Sieg", wie er auf der Kurznachrichten-Plattform X schrieb. "Wir werden immer einen hohen Respekt fĂŒr RumĂ€nien und seine Menschen haben, insbesondere angesichts der Hilfe, die wir wĂ€hrend der schwersten Zeit unserer Geschichte bekommen haben", fĂŒgte er hinzu. RumĂ€nien unterstĂŒtzt das vom russischen Angriffskrieg heimgesuchte Nachbarland Ukraine vor allem in der Logistik und bietet sich als Transportweg an.
EU-KommissionsprĂ€sidentin Von der Leyen schrieb bei X, die RumĂ€nen hĂ€tten mit der Entscheidung fĂŒr Dan "das Versprechen eines offenen, wohlhabenden RumĂ€nien in einem starken Europa gewĂ€hlt". Frankreichs PrĂ€sident Macron rief seinen kĂŒnftigen neuen Kollegen in Bukarest an, wie er bei X mitteilte. Die RumĂ€nen hĂ€tten "trotz zahlreicher Manipulationsversuche (...) den Weg der Demokratie" gewĂ€hlt.
GlĂŒckwĂŒnsche kamen auch aus der ebenfalls von Russland bedrĂ€ngten Republik Moldau. PrĂ€sidentin Maia Sandu hatte ihre BĂŒrger aufgerufen, fĂŒr Dan zu stimmen. Viele Moldauer haben auch einen rumĂ€nischen Pass. "Die ganze Welt sieht, wie stark wir sind, wenn wir zusammenhalten", schrieb Sandu bei Facebook. Dan erhielt fast 88 Prozent der Stimmen der in Moldau wĂ€hlenden RumĂ€nen.

