Frührente: 52% der über 50-Jährigen planen vorzeitigen Ausstieg
24.06.2026 - 03:40:14 | boerse-global.de
Bei Arbeitnehmern mit schlechtem Gesundheitszustand steigt der Wert sogar auf 60 Prozent. Insgesamt wünschen sich 44 Prozent aller Befragten einen frühen Ruhestand.
Der hohe Krankenstand und frühe Rentenwünsche belasten viele Betriebe – ein gezieltes Eingliederungsmanagement ist hier der Schlüssel zum Erhalt der Arbeitskraft. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie ein rechtssicheres BEM umsetzen und wertvolle Mitarbeiter im Unternehmen halten. Kostenlose BEM-Anleitung inklusive Muster-Betriebsvereinbarung herunterladen
Ältere Mitarbeiter länger krank
Die Studie des IGES Instituts mit rund 7.000 Befragten belegt einen klaren Zusammenhang zwischen Alter und Krankenstand. Bei 50-Jährigen liegt die Quote bei 5,8 Prozent, bei 66-Jährigen steigt sie auf 11 Prozent. Ältere sind zwar seltener krank, fallen dann aber länger aus: durchschnittlich 26,9 Tage pro Jahr. Jüngere unter 50 kommen auf 17,4 Fehltage.
DAK-Chef Storm fordert deshalb ein starkes betriebliches Gesundheitsmanagement. Nur so lasse sich die Arbeitsfähigkeit der Belegschaft langfristig sichern.
Zurich Österreich zeigt, wie es geht
Ein Vorzeigebeispiel liefert Zurich Österreich. Das Unternehmen erhielt den BGF-Preis 2026, vergeben durch das Österreichische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung, den Fonds Gesundes Österreich und das Sozialministerium.
Zurich setzt auf ein Konzept, das körperliche, mentale und soziale Gesundheit verbindet. CEO René Unger betonte nach der Verleihung: „Gesundheit ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur.“ Solche Strategien dienen der Branche zunehmend als Vorbild für Personalgewinnung und -bindung.
Viele Unternehmen unterschätzen die gesundheitlichen Risiken im Arbeitsalltag und verlieren dadurch wertvolle Produktivität. Experten des VNR Verlags erklären in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie ein rechtssicheres BEM in der Praxis verankern und aktuelle Urteile korrekt umsetzen. Experten-Ratgeber für ein rechtssicheres BEM jetzt gratis sichern
Job-Boom im Gesundheitsmanagement
Die Nachfrage nach BGM-Experten ist groß. Das Forschungszentrum Jülich sucht einen Facharzt für Arbeitsmedizin – befristet bis 22. Juli 2026, vergütet nach TVöD-Bund plus Fachkräftezulage von bis zu 1.000 Euro monatlich.
Die Rehaklinik Bellikon in der Schweiz schreibt eine Stelle als HR-Fachspezialist für Betriebliches Gesundheitsmanagement aus. Gefragt sind Kenntnisse in Arbeitspsychologie oder Gesundheitsmanagement sowie Mehrsprachigkeit in Deutsch und Französisch.
Auf XING, Indeed und Stepstone finden sich zahlreiche Vakanzen für Referenten im Gesundheitsmanagement. Zu den Suchenden gehören die Bundesärztekammer, der Flughafen Bremen sowie Industrieunternehmen wie die GP Günter Papenburg AG oder Fissler. Die Gehaltsspannen liegen zwischen 4.270 und 5.360 Euro pro Monat.
Kliniken unter Druck
Während der Bedarf an Gesundheitsmanagement wächst, kämpft der Krankenhaussektor mit massiven Finanzproblemen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor den Folgen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes. Bis zu 140.000 Arbeitsplätze könnten gefährdet sein.
Laut einer Studie der hcb gilt fast die Hälfte aller Kliniken bis 2030 als insolvenzgefährdet. Für 2027 wird ein Erlösrückgang von rund 8 Prozent erwartet. DKG-Chef Gaß fordert einen geordneten Umbau über zehn Jahre – sonst seien Patientenversorgung und Arbeitsplätze nicht zu halten. Die Krise schränkt auch die Kapazitäten für betriebliche Gesundheitsangebote in den Kliniken ein.
