FrĂŒhrente: HandwerksprĂ€sident fordert höhere AbschlĂ€ge
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDittrich fordert Ănderungen bei FrĂŒhrente und Minijobs
- ZDH-PrĂ€sident Jörg Dittrich befĂŒrwortet höhere AbschlĂ€ge fĂŒr den vorzeitigen Renteneinstieg.
- Er verlangt, das effektive Rentenalter gesellschaftlich insgesamt zu steigern.
- Minijobs sollen fĂŒr Hinzuverdiener erhalten bleiben, aber nicht als alleinige Existenzgrundlage ohne Sozialabgaben dienen.
- Die Pauschalbesteuerung soll bestehen bleiben und die Reform keine höheren Betriebskosten verursachen.
Handwerk fordert höhere AbschlĂ€ge bei FrĂŒhrente
HandwerksprĂ€sident Jörg Dittrich spricht sich fĂŒr höhere AbschlĂ€ge bei einem vorzeitigen Renteneinstieg aus. Zugleich fordert der PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Minijobs fĂŒr Hinzuverdiener zu erhalten und sozialpolitische Mitnahmeeffekte zu begrenzen.
Dittrich verweist auf Demografie
âJa, das ist notwendigâ, sagte Dittrich der âRheinischen Postâ auf die Frage, ob die AbschlĂ€ge steigen sollten. Er begrĂŒndete seine Position mit dem demografischen Wandel und erklĂ€rte, es wĂ€re unehrlich, wenn die daraus entstehenden ZwĂ€nge fĂŒr alle gelten wĂŒrden, nur nicht fĂŒr das Handwerk.
Nach Dittrichs EinschÀtzung muss die Gesellschaft insgesamt das effektive Rentenalter steigern. Höhere AbschlÀge sollen dabei den vorzeitigen Renteneinstieg weniger attraktiv machen.
Minijobs sollen flexibel bleiben
Gleichzeitig wandte sich der ZDH-PrĂ€sident dagegen, Minijobs im Zuge einer Rentenreform abzuschaffen. Das Handwerk brauche flexible BeschĂ€ftigungsformen; Minijobs sollten deshalb fĂŒr Menschen möglich bleiben, die sich etwas hinzuverdienen wollten.
Abgrenzung bei Lebensunterhalt
Anders bewertet Dittrich FĂ€lle, in denen jemand ausschlieĂlich ĂŒber Minijobs seinen Lebensunterhalt bestreitet und dabei keine Sozialabgaben zahlt. Dies sei ungerecht gegenĂŒber denjenigen, die mit ihren BeitrĂ€gen das Sozialsystem finanzierten.
Eine Reform dĂŒrfe nach seiner Forderung nicht zu höheren Kosten fĂŒr Betriebe fĂŒhren. AuĂerdem mĂŒsse die bisherige Pauschalbesteuerung erhalten bleiben, damit Minijobs fĂŒr BeschĂ€ftigte attraktiv blieben; Mitnahmeeffekte sollten verhindert werden.
Die Forderung von Jörg Dittrich berĂŒhrt einen zentralen Zielkonflikt der gesetzlichen Rentenversicherung: WĂ€hrend lĂ€ngere Erwerbszeiten die Finanzierung stabilisieren sollen, treffen höhere AbschlĂ€ge vor allem BeschĂ€ftigte, die vor dem regulĂ€ren Rentenalter ausscheiden. FĂŒr die Höhe der KĂŒrzung ist entscheidend, wie viele Monate der Rentenbeginn vorgezogen wird.
Im Handwerk kommt hinzu, dass körperlich belastende TĂ€tigkeiten die individuelle Möglichkeit verlĂ€ngerten Arbeitens begrenzen können. Eine Anhebung der AbschlĂ€ge wĂŒrde deshalb nicht nur finanzielle Anreize verĂ€ndern, sondern auch die Frage verschĂ€rfen, wie BeschĂ€ftigte mit gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen oder langen VersicherungsverlĂ€ufen abgesichert werden.
Minijobs bleiben Streitpunkt
Dittrich verbindet seine Position zur FrĂŒhrente mit einer Forderung nach flexiblen Zuverdienstmöglichkeiten. Minijobs können fĂŒr Rentner und andere BeschĂ€ftigte eine zusĂ€tzliche Einnahmequelle sein; zugleich steht die Beitragsfreiheit bei kleinen BeschĂ€ftigungen regelmĂ€Ăig in der sozialpolitischen Debatte, weil sie die Finanzierung und den Schutzumfang der Sozialversicherung berĂŒhrt.
FĂŒr Betriebe wĂ€re entscheidend, ob eine Reform zusĂ€tzliche Lohnnebenkosten, neue Nachweispflichten oder Ănderungen bei der Pauschalbesteuerung bringt. Die Diskussion dĂŒrfte damit zwei Ebenen verbinden: höhere Anreize fĂŒr ein lĂ€ngeres Erwerbsleben und die Ausgestaltung einfacher BeschĂ€ftigungsformen im Ăbergang zur Rente.
