Institut sieht dauerhafte SchwÀchung der Globalisierung
12.04.2024 - 07:31:59Die deutsche Exportindustrie sollte sich nach EinschĂ€tzung des Prognos-Instituts auf eine dauerhafte SchwĂ€chung der Globalisierung einstellen. Eine Revitalisierung der multilateralen globalen Zusammenarbeit in der Wirtschaftspolitik sei unwahrscheinlich, schreiben die AuĂenwirtschafts-Fachleute des Beratungsunternehmens in einer Studie. «Eine teilweise RĂŒckabwicklung der wirtschaftlichen Globalisierung ist ein realistisches Szenario.» Die Risiken und potenzielle FolgeschĂ€den fĂŒr Unternehmen und Volkswirtschaften in Europa seien enorm, insbesondere fĂŒr Deutschland.Â
Drittel der deutschen Wertschöpfung wird exportiert
Aktuell wird nach SchĂ€tzung des Instituts rund ein Drittel der deutschen Wertschöpfung exportiert. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen verweisen die Autoren darauf, dass zwar die ĂŒbrige EU wichtigster Absatzmarkt sei, aber die AbhĂ€ngigkeit von China bei einzelnen Produkten wie Laptops sehr groĂ sei. Als ein warnendes Beispiel wird in der von der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) beauftragten Studie der RĂŒckgang der Ausfuhren nach Russland seit dem Angriff auf die Ukraine 2022 genannt.
Diversifizierung der Lieferketten
Eine kurzfristige vollstĂ€ndige Entkopplung der deutschen Wirtschaft von China und anderen potenziell riskanten Standorten wĂŒrde nach Prognos-EinschĂ€tzung jedoch zum Verlust eines groĂen Teils der heutigen Absatz- und BeschaffungsmĂ€rkte fĂŒhren. Die Autoren empfehlen den Unternehmen daher eine verstĂ€rkte Diversifizierung ihrer Lieferketten. «So bieten sich auch in Bereichen, in denen Deutschland aktuell in sehr groĂem Umfang Vorprodukte aus China bezieht, hĂ€ufig Alternativen», heiĂt es in dem Papier. Demnach könnten unter anderem Elektromotoren verstĂ€rkt in Nordamerika beschafft werden.


