ROUNDUPVon, Leyen

EuropĂ€er 'mĂŒssen zusammenhalten wie nie zuvor'

26.01.2024 - 14:39:47

FĂŒr EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen kann KlimaneutralitĂ€t und gleichzeitig wirtschaftlicher Erfolg nur bei einer engen Zusammenarbeit aller Akteure gelingen.

"FĂŒr den Erfolg, den wir ja alle wollen, kommt es maßgeblich darauf an, dass wir gemeinsam vorangehen", sagte sie am Freitag bei der PrĂ€sentation des OECD-Gutachtens zur KlimaneutralitĂ€t der Hamburger Wirtschaft bis zum Jahr 2040. Die Politik mĂŒsse den Rahmen setzen. "Aber die Unternehmen sind diejenigen, die Innovation treiben und Arbeit schaffen", betonte von der Leyen beim Internationales Klima-Forum der Hamburger Wirtschaft vor rund 800 GĂ€sten.

2024 sei ein entscheidendes Jahr. Experten erwarteten eher mehr geoökonomische Spannungen - vom Roten Meer bis zur Straße von Taiwan. Hinzu komme die HĂ€ufung extremer Wetterlagen als Folge der ErderwĂ€rmung. "Wir EuropĂ€erinnen und EuropĂ€er mĂŒssen zusammenhalten wie nie zuvor", betonte die EU-KommissionsprĂ€sidentin. Zwei Dinge seien dabei entscheidend: die Energieinfrastruktur samt geringerer Energiepreise und die KĂŒnstliche Intelligenz.

Der russische Überfall auf die Ukraine und die daraus folgende Energiekrise in Europa habe den Ausbau der erneuerbaren Energien massiv beschleunigt. "In diesem Jahr werden wir zum ersten Mal insgesamt mehr Energie aus Windkraft und PV (Photovoltaik) erzeugen als aus Gas", sagte von der Leyen. Von 2030 an werde Europa pro Jahr zehn Millionen Tonnen sauberen Wasserstoff erzeugen und wolle weitere zehn Millionen Tonnen einfĂŒhren. Den bereits begonnen Bau eines großen Wasserstoffterminals im Hamburger Hafen bezeichnete von der Leyen deshalb als ein Vorzeigeprojekt fĂŒr Europa.

"Die Hamburger Wirtschaft hat die Notwendigkeit der Transformation erkannt", sagte HandelskammerprĂ€ses Norbert Aust. Das Ziel fĂŒr 2040 sei klar, aber ein Bekenntnis allein reiche nicht. Die Zusammenarbeit mit der OECD zeige, KlimaneutralitĂ€t und WettbewerbsfĂ€higkeit bedingten einander, es sei jetzt Zeit zu handeln und es komme auf jeden an. Es gehe um nicht weniger als den Planeten, die Menschen und die Lebensgrundlage.

Die nun vorliegende Studie "Climate neutrality for the Hamburg economy by 2040" der Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bietet nach Angaben der Handelskammer Empfehlungen zu wesentlichen Fragen der Klimawende, wie Wasserstoff, Verkehr und Kreislaufwirtschaft in Hamburg. Unternehmen erhielten Hinweise, wie das KlimaneutralitĂ€tsziel formuliert werden sollte, welche Rolle Unternehmensnetzwerke spielten und welche Möglichkeiten der effizienteren nicht-fossilen Energieversorgung es noch gebe. Auch der Hafen sowie der fĂŒr den Wirtschaftsstandort Hamburg und seine WettbewerbsstĂ€rke wichtige Industriesektor wĂŒrden thematisiert.

Der stellvertretende OECD-GeneralsekretĂ€r Yoshiki Takeuchi betonte die Bedeutung von Unternehmen fĂŒr das Gelingen der Klimawende. Vor allem bei der Vernetzung von kleinen und mittleren Unternehmen, aber auch bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik könne die Handelskammer Hamburg eine wichtige Rolle spielen. Ein entscheidender Vorteil sei der Hafen, in den aber investiert werden mĂŒsse, etwa um EngpĂ€sse in der Schieneninfrastruktur zu beseitigen. Hamburgs BĂŒrgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte: "Hamburg kann das Klima nicht alleine retten, aber es kann zeigen wie es geht."

@ dpa.de