Fußball-WM: 59% der Arbeitnehmer kämpfen mit Nachtspiel-Folgen
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 10:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Wegen der Zeitverschiebung steigen viele Spiele erst spät abends oder nachts. Das sorgt für Konflikte zwischen Fan-Leidenschaft und Job-Pflichten.
Kein Anspruch auf Fußball während der Arbeitszeit
Arbeitnehmer haben keinen Rechtsanspruch darauf, WM-Spiele während der Arbeit zu schauen, erklärt Fachanwalt Volker Görzel. Wer ohne Erlaubnis Livestreams verfolgt, verletzt seine Arbeitspflicht. Die Folgen: Abmahnung bis zur Kündigung.
Fernsehen oder Streaming am Arbeitsplatz sind tabu, weil sie die Konzentration massiv stören. Radiohören ist meist erlaubt – solange die Arbeit nicht leidet. Ein generelles Radioverbot braucht aber die Zustimmung des Betriebsrats. Live-Ticker im Internet kann der Chef hingegen untersagen. Wer Spiele verfolgt, nutzt private Zeit und muss diese in der Regel nacharbeiten.
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Späte Anstoßzeiten als Herausforderung
Die WM läuft vom 11. Juni bis 19. Juli. Rund zwei Drittel aller Spiele beginnen nach deutscher Zeit erst nach Mitternacht. Eine Umfrage von Bilendi und Kununu unter 1.100 Teilnehmern zeigt: 59 Prozent der Arbeitnehmer machen ihr Interesse von der Anstoßzeit abhängig.
Spiele um 19 Uhr halten 61 Prozent für vereinbar mit dem Berufsalltag. Bei Mitternachtsspielen sinkt dieser Wert auf 19 Prozent. Selbst unter Fußballfans akzeptieren nur 32 Prozent die späten Anstöße.
Die deutsche Nationalmannschaft spielt in der Vorrunde am 14. Juni um 19 Uhr sowie am 20. und 25. Juni um 22 Uhr. Die Erwartung: 28 Prozent aller Arbeitnehmer und fast jeder zweite Fan wollen für diese Spiele bis nach Mitternacht wach bleiben.
Strategien für den Tag danach
Die späten Übertragungen beeinflussen die Planung des nächsten Arbeitstages. Laut Umfrage wollen 22 Prozent der Beschäftigten nach einem DFB-Spiel im Homeoffice arbeiten. Bei Fußballfans sind es 36 Prozent.
Schlafmediziner Prof. Dr. Robert Göder vom Schlaflabor Kiel warnt vor den Folgen: Nachtspiele führen zu Konzentrationsverlusten, mindern die Produktivität und erhöhen die Unfallgefahr.
Die Bundesregierung hat reagiert: Die „WM2026LärmSchV“ erlaubt Kommunen Ausnahmen beim Lärmschutz für Public Viewing nach 22 Uhr. Die Sonderverordnung gilt vom 20. Mai bis 31. Juli. Betroffen sind 18 Vorrundenspiele um 21 oder 22 Uhr sowie zwölf Begegnungen um 3 Uhr morgens. Einen Rechtsanspruch gibt es nicht – die Behörden entscheiden im Einzelfall.
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Technische Vorbereitungen für die Übertragung
Wer Spiele zeitversetzt oder privat verfolgt, sollte den Empfangsweg beachten. Satellit bietet die geringste Verzögerung, Kabel und DVB-T2 HD liegen nur wenige Sekunden dahinter. IPTV-Dienste können bis zu 20 Sekunden später sein.
ARD und ZDF zeigen 60 der 104 Spiele. Alle Begegnungen des Turniers laufen bei MagentaTV.
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