G20-Außenministertreffen in USA mit Signal an Moskau
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas sonst bei solchen Treffen oft übliche "Familienfoto" der Teilnehmer am ersten Tag der Beratungen in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia soll nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul ausfallen. "Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass es überhaupt kein Familienfoto geben wird", sagte der CDU-Politiker kurz vor Beginn des Treffens.
Mit Blick auf den russischen Außenminister Sergej Lawrow, der in Atlanta dabei sein will, ergänzte Wadephul angesichts des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine: "Es wird in jedem Fall kein Familienfoto geben, auf dem unsere europäischen Partner gemeinsam mit Herrn Lawrow sind." Der Außenminister fügte hinzu: "Es gibt keine Normalität mit Russland. Wir müssen die Kontroversen hier am Tisch austauschen." Deswegen sei das Gespräch wichtig. "Aber wir dürfen auch keine falschen optischen Signale aussenden", sagte Wadephul.
Wadephul strikt gegen neue Angriffe auf Iran
Der deutsche Außenminister plädierte zudem erneut mit Nachdruck für eine diplomatische Lösung im Konflikt mit dem Iran und ein Ende der massiven Blockade der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus. Der Konflikt lasse sich militärisch nicht lösen, sagte Wadephul vor dem Hintergrund von Medienberichten, dass die USA gemeinsam mit Israel nach den in der kommenden Woche anstehenden Zwischenwahlen in den USA einen neuen massiven Angriff auf den Iran starten könnten. "Ich glaube, ein neuer Waffengang wird dieses Problem in keinem Fall lösen können."
