DGB: «Mehr regulÀre BeschÀftigung statt prekÀrer Minijobs»
12.08.2023 - 07:50:46Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat mehrere Branchen wegen ihrer Minijob-Strategie kritisiert und gleichzeitig mehr sozialversicherungspflichtige Jobs gefordert. «Wir brauchen dringend mehr regulÀre sozialversicherungspflichtige BeschÀftigung statt prekÀrer Minijobs», sagte DGB-VorstÀndin Anja Piel der Deutschen Presse-Agentur.
Mit Blick auf bestimmte Branchen, die derzeit ĂŒber groĂe Personalsorgen klagten, sagte sie: «Menschen in Minijobs zu beschĂ€ftigen und ĂŒber FachkrĂ€ftemangel zu klagen, passt einfach nicht zusammen.» Es sei kein Wunder, dass BeschĂ€ftigte nach den Erfahrungen in der Pandemie lieber in Branchen arbeiteten, wo ihnen mehr Sicherheit und VerlĂ€sslichkeit geboten werde.
Piel kritisiert Anhebung der Einkommensgrenze fĂŒr Minijobs
Piel kritisierte zudem, dass die Ampel-Koalition die Einkommensgrenze fĂŒr die Minijobs angehoben hat. Im Oktober vergangenen Jahres stieg diese von 450 Euro auf 520 Euro. FĂŒr viele Millionen BeschĂ€ftigte bedeute das weiterhin, nicht durch die gesetzliche Sozialversicherung geschĂŒtzt zu sein. Gerade fĂŒr Frauen sei der Minijob oft das sichere Ticket in die Altersarmut, fĂŒhrte sie aus.
Zum Jahresende 2022 waren laut Bundesagentur fĂŒr Arbeit knapp 4,3 Millionen Menschen in einem Minijob tĂ€tig. Rund 60 Prozent davon waren Frauen. Den gröĂten Anteil machten die 25- bis 55-JĂ€hrigen mit etwa einem Drittel aus. Die Branche mit den meisten Minijobbern war demnach der Einzelhandel, mit rund 800.000 BeschĂ€ftigten. Dahinter folgte das Gastgewerbe (520.000).
Minijobs - auch 520-Euro-Jobs genannt, sind laut der Bundesagentur fĂŒr Arbeit geringfĂŒgige BeschĂ€ftigungen mit höchstens 520 Euro monatlichem Arbeitsentgelt oder einem Arbeitseinsatz von maximal 70 Tagen pro Kalenderjahr. Durch fehlende BeitrĂ€ge zu den Sozialversicherungen sichern Minijobs sozial nicht ab.


