Gartenbau fordert: ANK 2.0 muss Produktionsbetriebe stÀrker einbinden
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Zentralverband Gartenbau (ZVG) hat offiziell Stellung zum Entwurf des Aktionsprogramms NatĂŒrlicher Klimaschutz 2.0 (ANK 2.0) bezogen. In einer aktuellen Bewertung begrĂŒĂt die Branchenvertretung das Vorhaben der Bundesregierung zwar grundsĂ€tzlich, mahnt jedoch in wesentlichen Punkten Korrekturen an.
Ziel des Verbandes ist es, die spezifischen Kompetenzen und BedĂŒrfnisse der grĂŒnen Branche stĂ€rker in das Regierungsprogramm zu integrieren, um die Klimaschutzziele praxisgerecht zu erreichen.
Einbeziehung des Produktionsgartenbaus gefordert
Ein Kernpunkt der Stellungnahme ist die Forderung nach einer umfassenderen BerĂŒcksichtigung des gesamten Sektors. Der ZVG spricht sich dafĂŒr aus, nicht nur allgemeine KlimaschutzmaĂnahmen zu fördern, sondern gezielt den Produktionsgartenbau sowie den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau in das Aktionsprogramm einzubeziehen.
Laut dem Verband verfĂŒgen diese Fachbereiche ĂŒber das notwendige Expertenwissen und die Infrastruktur, um einen signifikanten Beitrag zur Kohlenstoffbindung und zur Steigerung der BiodiversitĂ€t zu leisten. Eine stĂ€rkere Einbindung dieser Akteure sei daher fĂŒr den Erfolg des ANK 2.0 unerlĂ€sslich.
Fokus auf Praxistauglichkeit bei der Torfminderung
Ein sensibles Thema fĂŒr die Branche bleibt die Reduzierung von Torf in Kultursubstraten. Der ZVG betont in seiner Stellungnahme, dass Bestrebungen zur Torfminderung zwingend mit praxistauglichen Lösungen einhergehen mĂŒssen.
Die Betriebe seien auf funktionierende und wirtschaftlich tragfĂ€hige Alternativen angewiesen, um die QualitĂ€t der Pflanzenproduktion aufrechtzuerhalten. Der Verband fordert hier einen realistischen Rahmen, der die betrieblichen Herausforderungen anerkennt und den Ăbergang zu torffreien oder torfreduzierten Substraten fachlich und organisatorisch sinnvoll begleitet.
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StadtgrĂŒn und GebĂ€udebegrĂŒnung als Klimafaktoren
ZusĂ€tzlich zu den Produktionsaspekten sieht der ZVG groĂen Nachholbedarf bei der Förderung von urbanen KlimaschutzmaĂnahmen. Der Verband fordert eine deutliche StĂ€rkung der finanziellen Mittel fĂŒr StadtgrĂŒn sowie fĂŒr die BegrĂŒnung von GebĂ€uden.
Angesichts zunehmender Hitzeperioden und Extremwetterereignisse in BallungsrĂ€umen stelle die gezielte Bepflanzung von Fassaden, DĂ€chern und öffentlichen FlĂ€chen eine wirksame Strategie zur Klimaanpassung dar. Die Förderung solcher MaĂnahmen mĂŒsse im Rahmen des ANK 2.0 eine prominentere Rolle einnehmen, um die Resilienz urbaner RĂ€ume zu erhöhen.
Eigenes Förderfenster fĂŒr betriebliches Wassermanagement
In Anbetracht der klimatischen VerĂ€nderungen rĂŒckt zudem der Umgang mit Wasserressourcen in den Fokus. Der Zentralverband Gartenbau plĂ€diert fĂŒr die Einrichtung eines spezifischen Förderfensters fĂŒr das betriebliche Wassermanagement.
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Eine effiziente Nutzung von Wasser sowie die Implementierung moderner BewĂ€sserungssysteme und Speichertechnologien seien entscheidend, um die WettbewerbsfĂ€higkeit der Betriebe auch unter verĂ€nderten klimatischen Bedingungen zu sichern. Durch gezielte Förderanreize könne die Branche bei der Transformation hin zu einer nachhaltigeren Wasserwirtschaft unterstĂŒtzt werden.
Die Stellungnahme des ZVG unterstreicht den Anspruch des Gartenbaus, als aktiver Partner im natĂŒrlichen Klimaschutz zu agieren. Gleichzeitig verdeutlicht sie die Notwendigkeit, politische Programme eng mit der unternehmerischen RealitĂ€t abzustimmen, um sowohl ökologische als auch ökonomische Nachhaltigkeit zu gewĂ€hrleisten.
