Gastronomie-Regulierung, Plastikverbot

Gastronomie-Regulierung: Plastikverbot ab August 2026 für Portionen

31.05.2026 - 17:48:20 | boerse-global.de

Plastikverbot, Hitzeschutz und NIS2: Die Gastronomie steht vor zahlreichen neuen Regulierungen. Eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen.

Gastronomie-Regulierung: Plastikverbot ab August 2026 für Portionen - Foto: über boerse-global.de
Gastronomie-Regulierung: Plastikverbot ab August 2026 für Portionen - Foto: über boerse-global.de

Von Plastikverboten über Hitzeschutz bis zur digitalen Sicherheit – Betreiber müssen sich auf eine Flut neuer Vorschriften einstellen. Was kommt auf die Branche zu?

Plastikverbot: Schluss mit Einweg-Portionen

Ab dem 12. August 2026 tritt eine EU-Verordnung in Kraft, die den Einsatz von Einweg-Plastikverpackungen für Speisen vor Ort verbietet. Konkret betroffen sind Ketchup-, Mayonnaise-, Senf- und Milchportionen. Für den Take-away-Service bleiben sie vorerst erlaubt. Gastronomen müssen jedoch auf wiederverwendbare Spender, Glas- oder Keramikbehälter oder Papier-Alternativen umstellen.

Die Branche zeigt sich skeptisch: Kritiker befürchten Hygieneprobleme bei Mehrwegbehältern. Zudem ist absehbar, dass auch kompostierbare Kunststoffe bis 2030 verboten werden sollen. Wer jetzt nicht umdenkt, riskiert teure Nachrüstungen.

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Neben Verpackungsverboten fordern auch strengere Arbeitsschutzauflagen die Gastronomie heraus – insbesondere die rechtssichere Gefährdungsbeurteilung wird für Betreiber immer komplexer. Dieser kostenlose Report liefert Ihnen praxiserprobte Vorlagen und Checklisten, um alle gesetzlichen Pflichten effizient zu erfüllen und Bußgelder zu vermeiden. Gefährdungsbeurteilung: So erstellen Sie GBUs, die Aufsichtsbehörden sofort anerkennen

Hitzeschutz: Wenn das Thermometer zur Gefahr wird

Extremwetter wird zum ernsten Thema für die Branche. In Spanien gelten seit Kurzem strenge Hitzeschutzregeln: Bei orange- oder roten Hitzewarnungen des Wetterdienstes Aemet müssen Betreiber entweder ausreichende Kühlung für die Außengastronomie bereitstellen oder den Terrassenbetrieb einstellen.

Hintergrund sind die Rekordtemperaturen: Im Juni 2025 wurden in Spanien 46 Grad Celsius gemessen. Verstöße gegen die Arbeitsschutzauflagen können mit Bußgeldern von über 50.000 Euro geahndet werden. Wetterextreme gehören damit künftig offiziell zur Risikoanalyse jedes Betriebs.

Digitale Sicherheit: NIS2 und der Faktor Mensch

Mit der geplanten Umsetzung der NIS2-Richtlinie in Deutschland durch das IT-Sicherheitsgesetz 3.0 rückt der „Human Risk" in den Fokus. Betreiber müssen künftig Hintergrundchecks, Dienstleister-Audits und regelmäßige Überprüfungen des Personals durchführen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des Jahresumsatzes.

Neue Technik soll helfen: Der Sicherheitsanbieter Verisure brachte Ende Mai ein 2-in-1-Kamerasystem für den Einzelhandel und die Gastronomie auf den Markt. Es kombiniert Daueraufzeichnung mit Cloud-Verschlüsselung und einem integrierten Alarmsystem.

Auch die Arbeitszeiterfassung bleibt ein Thema. Seit einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom September 2022 ist die Aufzeichnung von Arbeitszeiten Pflicht. Ein neues Gesetz mit detaillierten digitalen Vorgaben wird noch für 2026 erwartet.

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Steuern und Gebühren: Entlastung und Belastung zugleich

Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein reduzierter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie – Getränke sind davon ausgenommen. Eine spürbare Entlastung für die Betriebe.

Ganz anders sieht es bei den Sondernutzungsgebühren für Außengastronomie aus. Der Hessische Steuerzahlerbund hat die Terassengebühren analysiert: Darmstadt verlangt mit 1.875 Euro für einen typischen Innenstadtbetrieb im Sommer den höchsten Satz im Land. Frankfurt liegt mit rund 500 Euro deutlich günstiger – und plant für 2026 keine Erhöhung.

Großereignisse: Public Viewing zur WM

Die Fußball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 bringt zusätzliche Herausforderungen. Frankfurt lockert die Außengastronomie-Regeln for Public Viewing: An den Wochenenden ist der Betrieb bis 1:00 Uhr morgens erlaubt, unter der Woche bis Mitternacht. Allerdings bleiben Vuvuzelas und Bongos unter den lokalen Lärmschutzregeln verboten.

Arbeitskampf in Österreich: Tarifverhandlungen gescheitert

Am 29. Mai 2026 platzte die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die österreichische Gastronomie und Hotellerie. Die Arbeitgeber boten im Schnitt drei Prozent mehr Lohn, für die unterste Gehaltsgruppe 3,4 Prozent. Die Gewerkschaft Vida lehnte ab. Der bestehende Kollektivvertrag vom Mai 2025 bleibt vorerst in Kraft.

Neueröffnung trotz schwierigem Umfeld

Dass die Branche trotz aller Hürden lebt, zeigt eine Neueröffnung in Friedberg: Die Kultland-Brauerei eröffnet am 4. Juni 2026 ein Café und eine Bar am historischen St. Georgs-Brunnen – pünchtlich zum zehnjährigen Firmenjubiläum. Ein Zeichen, dass regionale, handwerklich orientierte Konzepte auch im enger werdenden Regulierungsdschungel ihren Platz finden.

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